Fehler gefunden?
Erweiterte Suche
English Deutsch

Neuigkeiten

»The Greeks ... have provided us with the most fundamental instruments of thought.«

Ernst Cassirer hielt 1935 in Oxford und 1942 in New Haven vor Studierenden Lectures on Ancient Philosophy. Die ausformulierten Manuskripte dieser Vorlesungen sind nicht in der Nachlassausgabe ECN enthalten und jetzt zum ersten Mal ediert worden. Sie zeigen, dass es Cassirer keineswegs nur um eine philosophiegeschichtliche Darstellung ging, sondern um den Nachweis, dass sich in der griechischen Kultur ein neuer Denkstil entfaltete, der den überkommenen mythischen Denkstil ablöste. Mit einem Geleitwort von Christian Möckel. Herausgegeben von Giacomo Borbone. PhB 750. XXXIV, 389 Seiten. Leinen. 68,00 Euro.

06.10.2022
Scripicturalia

Mit den durch, in und von Bildern ausgelösten Handlungen beschäftigt sich die moderne Bildakttheorie, und auch zu schriftlichen Handlungsformen (ob es sich um notarielle Urkunden, Post-its mit Anweisungen oder Appelle in E-Mails handelt) gibt es neuere Forschungen. Was  passiert aber, wenn etwa – wie bei René Magritte oder Astrid Klein – Schrift zum Element bildlicher Darstellung (und Handlung) wird, wenn also zum Beispiel in einem Bild, das eine Pfeife darstellt, steht: »Dies ist keine Pfeife«? Eine kleine Ästhetik der Schriftbildakte formuliert Dirk Westerkamp in seinem neuen, in der Blauen Reihe erschienenen Buch Schrift – Bild – Handlung: 101 Seiten mit farbigen Abbildungen. Kartoniert. 22,90 Euro. 

04.10.2022
Von Planeten und der »Himmels-Polizey«

Über Hegels Jenaer Habilitationsschrift, die sogenannte Planetenschrift, ist bis in neueste Publikationen viel gespottet worden. Dabei zeugt die Rezeption häufig von »einer konfusen Mischung aus Ressentiment und Ignoranz« (W. Jaeschke). Den wissenschaftsgeschichtlichen Hintergrund, Hegels Kritik an der Übertragung mathematisch-mechanischer Erklärungsmuster auf die Realität in der Naturerkenntnis, zeichnet Martin Walter in seiner Einleitung in die jetzt vorliegende Neuausgabe der Schrift präzise nach. PhB 749. Lateinisch–deutsch. Herausgegeben von Martin Walter, übersetzt von Georg Lasson. LXXII, 83 Seiten. Leinen. 32,00 Euro.

23.09.2022
Heute in der FAZ: Kants „Träume eines Geistersehers“

In der FAZ vom 02.09.2022 empfiehlt Helmut Mayer die neue historisch-kritische Edition der „Träume eines Geistersehers“ mit einer „ausführlichen und grundgelehrten Einleitung“.

Die Ausgabe präsentiert Kants Text erstmals in historisch-kritischer Gestalt und mit deutschen Übersetzungen der Stellen aus den »Arcana Coelestia« Sweden­borgs, auf die sich Kant bezieht. Die umfänglichen Erläuterungen decken die Anknüpfungen an die zeitgenössische Philosophie auf und stellen die Verbindung der Abhandlung mit Kants vorkritischen wie kritischen Werken her.

„[...] es ist nicht zuletzt der ungewohnt ironisch-spottende Ton, den Kant hier anschlägt, der die Divergenzen der Lesarten befördert. Man bewundert den literarischen Schliff und weiß dabei oft nicht so recht, wie es der von den Herausgebern zitierte Ernst Cassirer einmal formulierte, „was war hier das wahre Gesicht des Autors, was die Maske, die er vorgenommen hatte?“.[...] In den ausführlichen Erläuterungen der neuen Edition werden die Stellen aus den „Arcana“ übersetzt, auf die Kant Bezug nimmt, hinzu kommt ein stattlicher Anhang mit relevanten Äußerungen Kants in Briefen und Werken sowie ausgewählten Äußerungen von Zeitgenossen zu den „Träumen“.“ (FAZ 02.09.2022)

02.09.2022
Wolfgang Bartuschat gestorben

Verlag und Familie Meiner trauern um einen weiteren bedeutenden Herausgeber, Übersetzer und Autor des Hauses. Als führender Kopf der internationalen Spinoza-Forschung hat Wolfgang Bartuschat eine zentrale Aufgabe seines Philosophierens in der Arbeit an der Vermittlung des Gesamtwerkes von Baruch de Spinoza gesehen. Die bei Meiner seit der Verlagsgründung 1911 betriebene Ausgabe gedieh ab den 1990er Jahren durch Wolfgang Bartuschat zu unübertroffener Blüte, zuletzt mit der immer weiter verbesserten Übersetzung der „Ethik“ (4. Auflage 2015). Damit wurde seine als maßgeblich geltende deutsche Gesamtübersetzung der Werke Spinozas abgeschlossen. Sein 2017 erschienenes Buch „Spinozas Philosophie“ darf als zentral für deren Verständnis gelten, bis hin zu der enormen Wirkung, die sie entfaltet hat. Wir werden Wolfgang Bartuschat in bleibender Erinnerung behalten, als ausgewöhnlichen Gelehrten, unermüdlichen Arbeiter und – nicht zuletzt – als ganz besonderen Freund.

17.08.2022
Interview mit Christian Bermes im BR

Für den Bayerischen Rundfunk wurde Christian Bermes, Autor von "Meinungskrise und Meinungsbildung", von Knut Cordtsen interviewed. Die Sendung kann hier nachgehört werden.

08.08.2022
Walter Jaeschke gestorben

Verlag und Familie Meiner trauern um einen der langjährigsten, bedeutendsten und treuesten Autoren, Herausgeber und persönlichen Freund, dem die Hegel-Forschung und wir unendlich viel zu verdanken haben. Walter Jaeschke war ein außergewöhnlicher Mensch und Gelehrter bester alter Schule: unprätentiös und offen, zugewandt und humorvoll, anspruchsvoll und bescheiden, akribisch und klug, kritisch und ideenreich, sachorientiert und erkenntnishungrig. Mit Walter Jaeschke verlieren wir einen der Großen unter den Hegel-Editoren, die je eigene Geschichte geschrieben haben, so wie vor mehr als hundert Jahren Georg Lasson und ab Mitte des 20. Jahrhunderts Johannes Hofmeister. Ohne das selbstlose und unermüdliche Engagement von Walter Jaeschke wäre die heute kurz vor dem Abschluss stehende historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke Hegels undenkbar. Wir werden alles daransetzen, diese Arbeit im Sinne des Verstorbenen zu einem guten Ende zu führen. Unser Mitgefühl gilt seiner ganzen Familie, insbesondere seiner Frau Ilona sowie den Kindern und Enkelkindern.

20.07.2022
Shortlist Tractatus-Preis 2022: Christian Bermes „Meinungskrise und Meinungsbildung“

Wir gratulieren unserem Autor Christian Bermes zur Platzierung seines Buches „Meinungskrise und Meinungsbildung. Eine Philosophie der Doxa“ auf der Shortlist des Tractatus 2022!

Der Essay-Preis wird 2022 zum vierzehnten Mal vergeben und ist eine der wenigen Auszeichnungen für philosophische Essayistik. Prämiert werden herausragende Essays oder essayistisch orientierte Sachbücher, die philosophische Fragen für eine breitere Öffentlichkeit verständlich diskutieren und einen Beitrag zu einer nicht nur fachspezifischen Debatte von philosophischen Fragen liefern. Die Originalität des Denkansatzes, die Gelungenheit der sprachlichen Gestaltung und die Relevanz des Themas werden dabei besonders berücksichtigt.

Christian Bermes diskutiert in seinem Essay das Konzept der Meinung in einem grundsätzlichen Sinne. Er fragt danach, ob wir überhaupt noch ein Verständnis von Meinungen als Meinungen besitzen. Zeitkritisch und in Auseinandersetzung mit Positionen der Sozial- und Kommunikationswissenschaften zeigt Bermes, dass die Meinungskrisen der Gegenwart letztlich in einer Krisis der Doxa gründen.

Weitere Informationen zum Tractatus-Preis finden Sie unter philosophicum.com

19.07.2022