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Als Rätselbuch …
… bezeichnet Thomas Meyer in seiner ausführlichen, gerade in der »Süddeutschen« erschienenen Rezension Leo Strauss’ berühmtes Werk »Naturrecht und Geschichte«: »Denn bei Strauss, das lässt ihn bis heute bei vielen gefährlich erscheinen (…), ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.« Meyer nennt Strauss den vielleicht letzten Philosophen, der an der Sprengung der Moderne gearbeitet habe, die er als einen Irrweg begriff, weil sie von der klassischen Philosophie weggeführt habe: »Wer mit und gegen Strauss denkt, der schärft die Sinne für die Zumutungen von Gedanken.« Und er empfiehlt das Nachwort des Herausgebers, Heinrich Meier, als »die erste wirklich adäquate Deutung des Buches«.

Demokratie braucht Streitkultur
Die Streitkultur ist ein grundlegendes Demokratieprinzip, und doch stellt sich gerade dieser Tage wieder die Frage, wie konfliktfähig Demokratie überhaupt ist, wie viel Konflikt sie als politisches System zu ertragen imstande ist, gerade auch im Hinblick auf die Souveränität des Einzelnen. Jean Yhee geht diesen Fragen in seinem Band »Konfliktfähig – Die politische Streitkultur in Nietzsches Spinoza-Rezeption« nach. Seine Analyse von Nietzsches Auseinandersetzung mit Spinozas Denken und den daraus entstehenden Motivationen und Denkanstößen macht deutlich, dass Demokratie eine rege Streitkultur braucht, um zu funktionieren, um sich zu erneuern und um geschätzt zu werden. Kartoniert. 310 Seiten.