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Sprachphilosophie und Ästhetik

Über künstlerischen Sprachgebrauch


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 52. Heft 1
DOI: 10.28937/1000108294
EUR 16,90


Der Aufsatz verfolgt die Frage, welche Bedeutung Literatur im Sinne von künstlerischem Sprachgebrauch für Sprache überhaupt zukommt. Inwiefern ist für Sprache und sprachliches Verstehen künstlerischer Sprachgebrauch konstitutiv? Ich mache den Vorschlag, diese Frage durch die Unterscheidung von sprachlicher Artikulation (von Strukturen der Welt) und sprachlicher Explikation (der sprachlichen Thematisierung von Sprache) zu beantworten. Diese Unterscheidung versetzt uns in die Lage, die Irreduzibilität von Explikation für Sprache zu begreifen. Auf dieser Grundlage kann dann künstlerischer Sprachgebrauch als eine spezifische Form von Explikation verstanden werden, der eine besondere Relevanz für Sprache insgesamt zukommt. Diese besondere Relevanz lässt sich mit der These umreißen, dass literarische Texte eine Distanzierung von artikulativen Zusammenhängen in der Sprache eröffnen. So erweist sich Literatur als eine dem Medium der Sprache eingeschriebene Form der Freiheit. The paper addresses the question of how to determine the significance of literature – i.e. the artistic use of language – for language. Is the artistic use of language constitutive for language and linguistic understanding more generally? I seek to answer these questions by, first, distinguishing between linguistic articulation (of structures in the world) and linguistic explication (understood as the linguistic thematization of language itself). This makes it possible to, second, view linguistic explication as an irreducible dimension of language. Against this background, we can conceive the artistic use of language as a specific type of explication that has genuine relevance for the use of language more generally, because literary texts enable us to distance ourselves from the structures of articulating language. In this sense, literature has to be understood as a means of realizing freedom that is inscribed into language as such.