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Wortführer des Modernismus

Es ist eigentlich erstaunlich, dass Roger Frys wegweisender Versuch über Ästhetik erst gut 100 Jahre nach seiner Veröffentlichung ins Deutsche übersetzt worden ist. Denn Fry, der berühmte Kunstkritiker und Philosoph, Mitglied der »Bloomsbury Group« und Weggefährte von Virginia Woolf, Kurator der wichtigen und damals das Publikum schockierenden Kunstausstellung »Manet and the Post-Impressionists«, verabschiedet hier das Ideal der Naturnachahmung in der Kunst und läutet eine ganz neue Epoche ein. PhB 774. Übersetzt und herausgegeben von Stefan Majetschak. Englisch-Deutsch. XLII, 190 S. 26,90 Euro.

7/9/2024
Kurskorrektur in Habermas’ Denken? 

Spätestens mit dem Erscheinen von »Auch eine Geschichte der Philosophie« richtet sich der Blick der Forschung vermehrt auf die Entwicklungen in Jürgen Habermas’ Gesamtwerk. Christian Thein lenkt in Habermas und die Genealogie nachmetaphysischen Denkens die Aufmerksamkeit auf eine Bruchlinie, die die mittlere Werkphase von der späten trennt und auf neue Motive für das von Habermas selbst als ›nachmetaphysische Denkform‹ bezeichnete philosophische Selbstverständnis hindeutet. Blaue Reihe. 322 S. Kartoniert. 24,90 Euro 

7/5/2024
Mimesis – Zentralbegriff der philosophischen Ästhetik 

Nachahmung, Imitation, Mimikry, Identifikation, Idiosynkrasie, Affinität, Ähnlichkeit – dem Bedeutungsspektrum von »Mimesis« geht Josef Früchtl in seiner Studie "Mimesis - Konstellation eines Zentralbegriffs bei Adorno" nach. Dabei zeigt sich diese als ein ursprünglich sinnliches Vermögen, das eine zweifache und zwiespältige Funktion erfüllt: Einerseits ermöglicht es Selbsterhaltung im Überlebenskampf des natur- und sozialgeschichtlich schwachen Subjekts, andererseits die Herausbildung von Humanität in seinem intimen Verhältnis zu dem, was sich an innerer, äußerer und ›zweiter‹ Natur nicht beherrschen lässt. 275 Seiten. Kartoniert. 38,00 Euro.

7/1/2024
»… das Wichtigste, was der europäische Marxismus in der Nachkriegszeit hervorgebracht hat« 

Logik als historische Wissenschaft, das 1950 erschienene Hauptwerk Galvano Della Volpes, war für eine ganze Generation von italienischen Philosophen schulbildend. Della Volpe war ein scharfer Kritiker G. Gentiles und B. Croces und wandte sich gegen Ende des zweiten Weltkriegs dem Marxismus zu. Wie kein anderer wies er auf die Notwendigkeit hin, dass der Marxismus seinen eigenen theoretisch-wissenschaftlichen Status klären müsse. Der seinem Ansatz inhärente Anti-Stalinismus, sein gleichzeitiger Anti-Historismus und sein Kampf gegen die »Hegelei« in der marxistischen Theoriebildung begründen seine solitäre Stellung in der philosophischen Landschaft Italiens. PhB 776. Übersetzt, mit einer Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Alfred J. Noll. 568 S. Leinen. 78,00 Euro. 

6/28/2024
»Wohin uns das Argument trägt, dahin müssen wir gehen …« 

Wie Sokrates in der »Politeia« seinem Gesprächspartner konsequentes Denken nahelegt, so erhebt auch Kant das »jederzeit mit sich selbst übereinstimmende Denken« zur Maxime. Aber ist diese Konsequenz im Denken immer eine philosophische Tugend oder gibt es nicht auch zahlreiche Beispiele für fragwürdige Konsequenzen, etwa wenn Vernunftschlüsse der blanken Erfahrung widersprechen oder gar unmenschliches Verhalten sanktionieren? Ein gehaltreicher Band beschäftigt sich mit konsequenter Denkungsart in Geschichte und Gegenwart der Philosophie. Herausgegeben von Andree Hahmann und Stefan Klingner. 388 Seiten. Kartoniert. 78,00 Euro.

6/26/2024
Demokratie für übermorgen  

Brauchen demokratische Gesellschaften angesichts jüngster Krisen wie dem Überfall Russlands auf die Ukraine, der Coronapandemie oder den Naturkatastrophen in Folge des Klimawandels adäquatere, auf Futurität ausgerichtete Verfahren der Entscheidung? Und wie genau wären diese zu konzipieren, so dass sie nicht nur legitim und rational, sondern einerseits auch der Unvorhersehbarkeit der Zukunft und andererseits der Unabschätzbarkeit von Handlungsfolgen gerecht werden? Diesen Fragen widmet sich Ludger Schwarte in Qualitäten der Freiheit, wobei der Autor einen Schwerpunkt auf die Aspekte der Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit legt. Blaue Reihe. Kartoniert. 495 Seiten. 29,90 Euro. 

6/20/2024
"Lebensdinge" von Anton Leist: jetzt vorbestellen oder vorablesen

Im August erscheint im Meiner Verlag Anton Leists Buch "Lebensdinge. Alltagsphilosophische Zugänge". In 34 kurzen Abschnitten zu Fragen wie »Habe ich einen Körper?«, »Wie ehrlich soll ich sein?« oder »Ist ein Haus besser als eine Wohnung?« gibt Leist jeweils eine »kurze« und eine »lange« Antwort – unter Rückgriff auf andere Philosophinnen und Philosophen, aber in einer allgemeinverständlichen Ausdrucksweise. Hier können Sie das Buch jetzt vorbestellen. Zudem veröffentlicht bis zum Erscheinungstermin, in Kooperation mit dem Meiner Verlag, das Philosophie Magazin auf seiner Website vorab alle zwei Wochen einen Essay aus dem Buch. Den ersten Essay finden Sie hier.

6/19/2024
Glückwunsch

Zum 70. Geburtstag der Hamburger Philosophin Birgit Recki, die u.a. als Herausgeberin der 26-bändigen Werkeausgabe Ernst Cassirers und mit zahlreichen Veröffentlichungen zu Cassirers Philosophie maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der Philosoph der symbolischen Formen heute ein fester Bestandteil des philosophischen Kanons ist, erschien heute in der FAZ eine Würdigung von Thomas Meyer.

Wir gratulieren herzlich!

6/13/2024