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Was ein Ding zum Museumsding macht – und was es über unser Sehen verrät


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 66. Heft 1
EUR 16,90


Für die aktuelle Museumsliteratur sind selbst ›einfache‹ Museumsdinge (um die es in diesem Beitrag nur gehen wird) wie Knochen oder Pfeile so etwas wie ›Als-ob- Kunstwerke‹: ästhetisch etwa als schön oder hässlich anzusehen, aber von unklarer Bedeutung. Dieser Beitrag zeigt, warum Exponate keine Dinge von diffuser Bedeutung, sondern (vorgefundene) Zeugnisse sind, die Aussagen über Sachverhalte (meist der Vergangenheit) belegen und anschaulich machen. Dinge im Museum sollen aber immer auch ästhetisch erlebt werden. Das macht sie besonders und zu Vexierfiguren, die uns verblüffen. Exponate erkennend als Zeugnis oder ästhetisch zu betrachten, richtet sich nach klar und eindeutig zu trennenden Kriterien. Beides hat nichts miteinander zu tun. Dennoch ist es nur unsere Aufmerksamkeit, die sich auf bestimmte Aspekte eines Objekts richtet, ohne dass die anderen verschwinden. So bleibt die eine Art zu sehen in der anderen im Hintergrund präsent und kann unsere Wahrnehmung beeinflussen.
Contemporary museology considers even ›basic‹ objects in a museum (which are the focus of this article) like arrows or bones to be ›as if works of art‹, i.e. objects which can be perceived aesthetically like being beautiful or ugly but without a clear meaning. This article shows that museum objects have a clear meaning. They provide evidence for factual statements (mostly about the past) and make them observable. But in a museum objects in the same right shall be regarded aesthetically. This makes them special. They puzzle us. Whilst looking at them we can clearly differentiate between realising them in a cognitive or aesthetic way. Both ways of perception follow different and clearly distinguishable criteria. They are in no way related. Nonetheless it is only our attentiveness which focusses on certain aspects of an object without the others are caused to disappear. Thus to see an object in one way still remains in the back- ground if we see it the other way und might influence our perception.