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Design als Prozess


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 65. Heft 2
EUR 16,90


Die Abgrenzung des Designs von der Kunst, welche die ästhetische Theorie im 20. Jahrhundert vornahm, hat uns implizit eine Definition von Design und designerischem Handeln vorgegeben, die diesem nicht in Gänze gerecht wird. Mit der Auszeichnung der Kunst fand eine Abwertung gestalterischen Handelns statt. Die angebliche Distanz des Künstlerischen zum Funktionalen und Ökonomischen steht heute mehr denn je in Frage, wie sich auch bemerken lässt, dass Design seit seiner Entstehung vielfach durch künstlerische Einflüsse geprägt worden ist. Um heute Design adäquat theoretisch zu fassen, muss seine kategoriale Abgrenzung von den
Künsten überwunden werden, so dass wir begreifen können, dass es im Designhandeln gleichermaßen um ästhetische, ethische und ökonomische Entscheidungen geht. Dem Design käme so gesehen keine eigene Ästhetik zu, sondern das Ästhetische an seiner Herstellung und Benutzung verbindet es mit anderen gesellschaftlichen Bereichen sowie mit den Künsten.

The distinction between design and art that aesthetic theory made in the 20th century has implicitly given us a definition of design and designerly ways of acting that hasn’t fully done it justice. By making art the prism of Aesthetic, other creative work has been labelled as inferior. The alleged distance of the artistic from the functional and economic is questioned now more than ever, as it can also be noted that design has been shaped by artistic influences in many cases since its emergence as a specific aesthetic practice. In order to adequately grasp design theoretically today, its categorical separation from the arts must be overcome so that we can understand that design action is equally concerned with aesthetic, ethical and economic decisions. From this point of view, design would not have an aesthetic of its own, but rather the aesthetic in its
production and use connects it with other areas of society and with the arts.