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Ästhetik und Philosophie des Geistes

Eine ganz vorläufige Idee


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 52. Heft 1
DOI: 10.28937/1000108295
EUR 16,90


Ich versuche zu zeigen, dass sich der Prozess des ästhetischen Erfahrens als einer des verstehenden Nachvollzugs begreifen lässt, in dem wir die mit Erlebnisqualitäten verbundenen Wahrnehmungen (beispielsweise einer Melodie) auf einer grundlegenden Ebene mittels der Erlebnisqualitäten anderer Wahrnehmungen (beispielsweise einer Geste) strukturieren; und zwar so, dass wir den Gegenstand dieses Verstehens als eine Einheit erfassen. Es zeigt sich dabei zum einen, dass sich Verstehen nicht im begrifflichen Erfassen von Bedeutungen, Handlungen oder Ursache- Wirkungs-Relationen erschöpft; und zum anderen, dass uns in Gestalt des Nachvollziehens eine Form des Verstehens offensteht, der die Möglichkeit innewohnt, uns selbst und anderen Aspekte unseres subjektiven Erlebens (des Gegenstands) bewusst zu machen und begrifflich zu artikulieren. Die Philosophie des Geistes muss sich daher der Aufgabe stellen, das Verhältnis zwischen phänomenalen und intentionalen Aspekten unseres Geistes produktiver zu erläutern als bloß in Formeiner Disjunktion. I will try to show that the process of making an aesthetic experience can be conceived as a process of understanding via re-enactment in which we structure the phenomenal qualities of perceptions (e.g. of a melody) at a fundamental level by means of the phenomenal qualities of other perceptions (e.g. of a gesture); and this in such a way that we grasp the object of this understanding as a unity. Thereby, it turns out that understanding is not restricted to conceptually grasping meanings, actions, or relations of cause and effect. Moreover, re-enactment shows itself as a form of understanding, which enables us to become aware of aspects of our subjective experience, to make others understand these aspects, and to articulate them conceptually. hilosophy of mind must therefore face the task of elucidating the relationship between phenomenal and intentional aspects of our mind in a more productive way than in the form of a mere disjunction