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Autorenportrait

Friedrich Heinrich Jacobi
Friedrich Heinrich Jacobi, geb. 1743 in Düsseldorf, gest. 1819 in München, Philosoph und Romanautor, gehört zu den bedeutendsten Repräsentanten der Klassischen deutschen Philosophie und gilt als ihre »graue Eminenz«. Er selbst hat sich einen »privilegierten Ketzer« genannt und damit seine epochale Doppelrolle markiert. Aufgrund seiner durchgreifenden Problemanalysen, die zunächst der Metaphysik Spinozas und der gerade erschienenen Transzendentalphilosophie Kants gewidmet waren, avancierte er nicht nur zum überall präsenten Anreger, sondern profilierte sich auch lange vor Kierkegaard als der erste vehemente Kritiker der nachkantischen Systemphilosophie. Die unorthodoxe Textur seiner Schriften spiegelt ein Leben fernab akademischer Zwänge. Umfassend belesen und mit der Prominenz der Zeit bekannt oder (wie mit Wieland, Goethe, Hamann, Herder und Claudius) befreundet, agierte Jacobi als weltgewandter homme des lettres, der das reichste Korrespondenzcorpus der Epoche hinterlassen hat. 1807 wurde er zum ersten Präsidenten der Münchener Akademie der Wissenschaften ernannt, der er bis 1812 vorstand. »Wie ein Donnerschlag vom blauen Himmel herunter« (Hegel) wirkte seine, die sog. Spinoza-Renaissance auslösende Publikation »Über die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn« (1785; 2., erg. Aufl. 1789). Zugespitzt in der wirkmächtigen Formel vom »Seyn in allem Daseyn« wurde Spinozas Metaphysik der Immanenz hier erstmals als modernes Systemparadigma konsequenter Rationalität rekonstruiert. Im anhaltenden Streit um ein überzeugendes »System der Freiheit« sah sich v.a. das Denken Fichtes, Schellings und Hegels durch Jacobis Analyse herausgefordert und, durch Jacobis einflussreiche Kritik an Kants Lehre vom »Ding an sich« (»David Hume über den Glauben oder Idealismus und Realismus«, 1787) motiviert, auch über Kant hinausgetrieben. Parallel zum Erfolg seiner Wirkungsgeschichte geriet Jacobi jedoch selbst ins irrationale Abseits sog. »Glaubens- und Gefühlsphilosophie«, während er tatsächlich auf dem Konzept einer qualitativ von Rationalität zu unterscheidenden Vernunft insistierte. Mit der metaphysischen Tragweite dieser Differenz verband er auch die Unterscheidung der Begriffe von Grund und Ursache, die als seine bedeutendste philosophische Leistung gewürdigt werden muss. Der logische Zusammenhang von Grund und Folge ist etwas ganz anderes als der zeitliche Zusammenhang von Ursache und Wirkung, der sich ursprünglich im Handeln konkreter Personen manifestiert. Diese zunächst in der Auseinandersetzung mit Spinoza formulierte These sah Jacobi auch durch die nachkantische Systemphilosophie bestätigt, weshalb er im Atheismusstreit gegen Fichtes Wissenschaftslehre (»Jacobi an Fichte«, 1799) und im späteren Theismusstreit gegen Schellings Bemühungen um ein personalistisch gewendetes System (»Von den Göttlichen Dingen und ihrer Offenbarung«, 1811) argumentierte.


Alle Titel

  1. Als Buch & eBook erhältlich

    David Hume über den Glauben oder Idealismus und Realismus. Ein Gespräch (1787)

    Jacobi an Fichte (1799)
    Herausgegeben von Koch, Oliver
    Philosophische Bibliothek 719. 2019.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-3590-9

    Buch
    Neben den »Spinoza-Briefen« ist »David Hume über den Glauben« das philosophisch bedeutendste Werk F.H. Jacobis. Der Brief »Jacobi an Fichte« (1799) ist das wichtigste Zeugnis von Jacobis Auseinandersetzung mit dem transzendentalen Idealismus. Der Text folgt der kritischen Ausgabe und ist ausführlich kommentiert. mehr dazu
    EUR 68,00

  2. Als Buch & eBook erhältlich

    Romane I: Eduard Allwill

    Anhang
    Herausgegeben von Götz, Carmen
    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 6,2. 2016.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-1820-9

    Buch
    EUR 298,00

  3. Als Buch & eBook erhältlich

    Kleine Schriften II (1787-1817). Anhang

    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 5,2. 2012.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-1819-3

    Buch
    EUR 198,00

  4. Als Buch & eBook erhältlich

    Kleine Schriften I (1771-1783). Anhang

    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 4,2. 2009.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-1818-6

    Buch
    EUR 178,00

  5. Als Buch & eBook erhältlich

    Kleine Schriften II (1787-1817). Texte

    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 5,1. 2007.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-1373-0

    Buch
    EUR 198,00

  6. Als Buch & eBook erhältlich

    Romane II: Woldemar. Texte

    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 7,1. 2007.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-1791-2

    Buch
    EUR 248,00

  7. Als Buch & eBook erhältlich

    Kleine Schriften I (1771-1783). Texte

    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 4,1. 2006.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-1372-3

    Buch
    EUR 198,00

  8. Als Buch & eBook erhältlich

    Romane I: Eduard Allwill

    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 6,1. 2006.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-1374-7

    Buch
    EUR 168,00

  9. Als Buch & eBook erhältlich

    Schriften zum transzendentalen Idealismus

    Herausgegeben von Jaeschke, Walter
    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 2. 2004.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-1370-9

    Buch
    EUR 264,00

  10. Als Buch & eBook erhältlich

    Über die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn

    Philosophische Bibliothek 517. 2004.
    Kartoniert
    ISBN: 978-3-7873-1706-6

    Buch
    EUR 29,90

  11. Als Buch & eBook erhältlich

    Schriften zum Streit um die göttlichen Dinge und ihre Offenbarung

    Herausgegeben von Jaeschke, Walter
    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 3. 2000.
    Leinen
    ISBN: 978-3-7873-1371-6

    Buch
    EUR 168,00

  12. Als Buch & eBook erhältlich

    Schriften zum Spinozastreit

    Mit Anhang
    Friedrich Heinrich Jacobi, Werke 1. 1998.
    gebunden
    ISBN: 978-3-7873-3647-0

    Buch
    Leider kommt es bei unseren Print-on-Demand-Titeln derzeit aufgrund von Engpässen bei unserem Dienstleister zu verlängerten Lieferzeiten (i.d.R. 2 bis 4 Wochen). mehr dazu
    EUR 198,00