Neuigkeiten

Das dekonstruierende Kontemplieren der Geistesaktivität

  • 16.07.2026
Coverabbildung "Das Große Ruhen und Kontemplieren"

Mit dem »Großen Ruhen und Kontemplieren« liegt in der Reihe Sino-philosophica zum ersten Mal ein Text aus der reichhaltigen buddhistischen Tradition in China in einer zweisprachigen Ausgabe vor. Hans-Rudolf Kantor, Professor am Graduate Institute of Asian Humanities in Taipeh, hat das philosophisch ergiebigste Kapitel ediert und übersetzt: »Das allumschließende Dekonstruieren der Dharmas« aus dem Hauptwerk des Tiāntái-Buddhismus, das der Mönch Zhìyǐ im 6. Jahrhundert v. Chr. verfasste. Eine umfangreiche und sehr informative Einleitung erschließt die philosophische Relevanz des Textes und führt in die Tiāntái-Lehre in China ein. Sino-philosophica, Bd. 4. Chinesisch–Deutsch. 927 S. Gebunden. 249,00 Euro.

Was auf dem Spiel steht

  • 24.06.2026
Rousseau – der politische Denker

Mit Skadi Siiri Krauses verständlich und kenntnisreich geschriebenem Buch »Rousseau – der politische Denker« liegt jetzt eine Einführung in dessen politische Philosophie vor, die neben dem Werkzusammenhang seiner Schriften den immanent politischen Denkansatz Rousseaus in den Mittelpunkt stellt und seine zunehmende politische Radikalisierung beleuchtet. Denn Rousseau war nicht nur in die Debatten der »philosophes«, sondern als Bürger von Genf auch stark in die politischen und verfassungsrechtlichen Auseinandersetzungen verwickelt, die in der aristokratischen Handelsmetropole seit Beginn des 18. Jahrhunderts ausgetragen wurden. Heute, wo zu erkennen ist, wie nicht nur Republiken, sondern auch Demokratien an inneren Konflikten und an der Machtüberschreitung einer Regierung zugrunde gehen können, gewinnen die Texte Rousseaus wieder neue Relevanz. Blaue Reihe. 372 Seiten. Kartoniert. 34,90 Euro.

Solange es die Welt gibt, ermöglicht jedes Ende einen neuen Anfang

  • 18.06.2026
Weltuntergang. Eine Meditation

»Weltuntergang« ist ein großes Wort, und nur die deutsche Sprache kennt es. Anderswo spricht man von der Apokalypse und vom Ende der Welt. Seit dem Abwurf der nuklearen Bombe Mitte des 20. Jahrhunderts ist das Konzept reale Möglichkeit. Die Endzeiterwartung des frühen Christentums wiederum – Apokalypse als Erlösung – scheint uns heute eigentümlich fremd. Stattdessen entwickelte sich eine charakteristisch moderne Form des Weltverhältnisses: Wenn die Zukunft bedroht ist, wird die Gegenwart zum Ort der Entscheidung. Raum für Hoffnung bleibt dennoch, selbst nach dem Untergang des Abendlandes (Spengler) und dem Ende der Geschichte (Fukuyama). Florian Baab lädt dazu ein, einen Denkweg mitzugehen, der einige Gewissheiten in Frage stellt. Der Autor kann zeigen, wieso es auch heute Gründe genug zur Hoffnung gibt. Denn klar ist: Die Welt bleibt nie, wie sie war. Der Wandel ist Teil ihres Wesens. Ihr Ende nicht. 

Florian Baab, »Weltuntergang. Eine Meditation«. Blaue Reihe. 138 Seiten. Kartoniert. 19,90 €.

Gefahr hat Konjunktur

  • 18.06.2026
Über die Gefahr. Eine vorsichtige Annäherung

Gefahr kennen wir alle. Sie tritt ein, sie wird geahnt, taxiert, beschworen. Nur erklärt wird sie als historisches, ästhetisches und semantisches Phänomen bisher nicht. Der Komplementärbegriff zur Gefahr, das »Risiko«, hingegen füllt ganze Bibliotheken. Doch die Semantik hat sich langsam, aber sicher verschoben – zugunsten der Gefahr. Die Weltlage legt das nahe und bestätigt das. Die Gefahr hat eine lange und interessante Geschichte hinter sich, bevor sie die Gegenwart erreicht. Genau das aber ist bis heute gänzlich unbearbeitet. Mit diesem Buch liegt erstmals ein historisch fundiertes, medienwissenschaftlich informiertes, gut lesbares philosophisches Essay zum Thema vor.

Heiko Christians. »Über die Gefahr. Eine vorsichtige Annäherung«. Blaue Reihe. 144 Seiten. Kartoniert. 19,90 €.

Revolution, Insurrection, Gehorsamsverweigerung

  • 08.06.2026
Johann Benjamin Erhard Über das Recht des Volks zu einer Revolution

Der Nürnberger Arzt, Philosoph und politische Aktivist Johann Benjamin Erhard veröffentlichte 1795 sein heute bekanntestes Werk »Über das Recht des Volks zu einer Revolution«, das ihm fälschlicherweise den Ruf eintrug, ein ›deutscher Jakobiner‹ gewesen zu sein, und sofort nach der Publikation verboten wurde. Erhard beruft sich in seiner Schrift jedoch ebenso auf Kant wie auf die französische Verfassungsdiskussion und vertritt einen kantischen Universalismus, der die Legitimität von Verfassungen und d. h. auch die Rechtmäßigkeit ihrer Umstürze an den historischen Prozess der Durchsetzung von Menschenrechten bindet. Damit wurde Erhard zu einem Vorläufer des modernen Menschenrechtsdenkens. Die einflussreiche Schrift liegt jetzt, herausgegeben und mit einer instruktiven Einleitung versehen von Guido Naschert, in der »Philosophischen Bibliothek« vor: PhB 771. XCVIII, 140 Seiten. Kartoniert. 24,90 Euro.

Kann KI Geist oder Kunst?

  • 08.06.2026
Prof. Dr. Daniel Martin Feige

Kann KI Geist oder Kunst?

Livemitschnitt der "Soirée am Dom" (Katholische Akademie, Frankfurt am Main) vom 28. Mai 2026 mit Prof. Dr. Daniel Martin Feige 

Die Digitalisierung der Lebenswelt und der Einsatz von KI verändern unsere Welt dramatisch. Der Philosoph Daniel Martin Feige hat eine kritische Theorie der Digitalisierung geschrieben. Er ist der Meinung, dass digitale Technologien alles andere als neutrale Werkzeuge sind. Darüber sprechen wir gemeinsam.

Vorschau auf den Herbst

  • 05.06.2026
Buchhandelsvorschau Herbst 2026

In unserer aktuellen (Buchhandels-)Vorschau bieten wir Ihnen einen ersten Vorausblick auf unsere kommenden Neuerscheinungen aus dem Herbstprogramm 2026. Sie möchten regelmäßig unsere kostenlosen Kataloge und Prospekte zugeschickt bekommen? Dann bestellen Sie hier die entsprechenden Prospekte.

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Vortrag von Daniel M . Feige am 11.06.26 in Hamburg: Geist und künstliche Intelligenz. Warum eine KI nicht denken kann.

  • 31.05.2026
Vortrag von Daniel M . Feige am 11.06.26  in Hamburg

Wo? 
Palmaille 96, 22767 Hamburg (Nahverkehr: S-Bahn Königstraße/ Bus Behnstraße)

Wann? 
Am Donnerstag, 11.06.2026 um 18:30 Uhr (Einlass 18 Uhr)

Worüber?
Die Fortschritte im Bereich der Künstlichen Intelligenz werfen philosophische Fragen auf. Wenn wissenschaftliche und literarische Texte, Musikstücke und Bilder nicht allein durch Menschenhand, sondern auch mit Hilfe von KI erzeugt werden können, drängt sich der Gedanke auf, dass wir einer KI rudimentäre oder sogar weitreichende geistige Fähigkeiten zuschreiben müssen.

Der Vortrag von Prof. Dr. Daniel Martin Feige zeigt, dass es sich hier um einen Fehlschluss handelt. Auf der Grundlage von Überlegungen, die sich an einer Bestimmung des Begriffs des Denkens orientieren, lässt sich zeigen, dass wir einer KI nicht die Fähigkeit des Denkens zuschreiben können.

Begriffe wie ,Denken‘ auf Künstliche Intelligenz anzuwenden entdeckt – so die weitergehende These – nicht Geist an Orten, wo wir ihn vormals nicht vermutet haben. Vielmehr bauen wir durch solche Zuschreibungen den Begriff unserer selbst als freier, vernünftiger und selbstbewusster Akteure um – ein Umbau, der Ausdruck einer gleichermaßen technologischen wie politischen Bedrohung unserer deliberativen Fähigkeiten ist.

Anmeldung unter: ifki.org

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Wolfgang Detel: The Debate About Taxing the Wealthy

  • 31.05.2026
Wolfgang Detel

In der Zeitschrift  »Analyse und Kritik« wurde am 28. Mai 2026 ein Beitrag von Wolfgang Detel zum Thema des Buches  »Schockierende Ungleichheit. Warum Ultra-Reichtum unsere Demokratie bedroht und welche Maßnahmen wir dagegen ergreifen sollten.« veröffentlicht:

Wolfgang Detel: The Debate About Taxing the Wealthy

Analyse & Kritik 2026; 48(1): 87–110.

Abstract: In light of major societal challenges, the political debate on various forms of wealth taxation, or the ‘Tax the Rich’ strategy, has recently gained momentum in Germany. This article examines the arguments for and against taxing the wealthy, drawing on statistical data and some of the most significant scientific studies on current economic inequality and its history. In particular, it looks at the kinds of reasons used in the current debate. It is argued that the arguments in favor of specific forms of wealth tax outweigh the reservations.

Der Beitrag ist Open Access verfügbar: https://doi.org/10.1515/auk-2026-3006

Mirjam Schaub im Video-Interview auf KUBI-ONLINE

  • 19.05.2026
Zwischen Selbstermächtigung und gesellschaftlicher Transformation: Historische und aktuelle Dimensionen von Radikalität

Im Video-Interview mit Kerstin Hübner spricht die Kulturphilosophin Mirjam Schaub über das Phänomen der Radikalität – historisch-philosophisch, kulturwissenschaftlich und mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen. Dabei beleuchtet sie (...)

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