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Zur Genese autonomer Moral

Eine Problemgeschichte des Verhältnisses von Naturrecht und Religion in der frühen Neuzeit und der Aufklärung


Paradeigmata 31. 2012. XII, 383 Seiten.
978-3-7873-2175-9. E-Book
EUR 57,99


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Vor dem Hintergrund einer religionsgeschichtlichen und naturphilosophischen Rekonstruktion des frühneuzeitlichen Gesetzesbegriffs beschreibt der Autor die Ablösung einer theologisch fundierten durch eine philosophisch begründete Moral. Bestimmt wird diese nicht linear verlaufende Problemgeschichte von einem Primat des Rechts insofern, als sich die Moral erst allmählich aus theonomen Formularen" des alten Naturrechts herauslöst.

Das Buch erläutert diesen Prozeß in vier Stadien: 1. das Souveränitätskonzept Bodins, dem Anspruch nach säkular, aber auf einem animistischen Fundament beruhend; 2. Hobbes' Begründung des inneren Staats- bzw. Bürgerrechts, die aus seinem Kontraktualismus resultiert; 3. Spinozas Diskreditierung von Religiosität als defizientem Modus des Vernunftverhältnisses zur Natur; und schließlich 4. D'Holbachs strikt areligiöse und physiologische Begründung des Moralsystems.

Der Übergang von einer 'theologie-politischen' zu einer 'rein vernünftigen' Autonomie ermöglichte es später Kant, eine bloß naturphilosophische Deutung des Menschen wie jedwede Bevormundung durch gesellschaftliche Fremdbestimmung zurückzuweisen.
Souveräne Meisterung eines umfangreichen Textmaterials [...] .
Frankfurter Allgemeine (Michael Pawlik) 8.11.2012

Derartige Hinweise sollen freilich den hohen Wert dieser Studie nicht schmälern. Ihre zeit- und werkgeschichtlichen Analysen sind sehr kundig. Sie weisen Glinka als einen wahren Gelehrten der von ihm behandelten Epoche aus.
Zeitschrift für philosophische Forschung (Otfried Höffe) Band 67 (2013), 2

Dabei handelt es sich um eine durchgehend aus den Quellen erarbeitete und diese nachvollziehbar auch umfangreich zitierende, in den jeweiligen Originalsprachen (samt Übersetzung) zugänglich gemachte Monographie mit einem Material- und Argumentationsreichtum von seltener Güte. Hier ist eine auf Universalität angelegte Gelehrsamkeit am Werke, die sich bewusst bleibt, dass eine Kritik ohne Alternative unredlich ist (S. 325). [...] Selbst wer diese Auserwählung nicht für zwingend geboten hält, wie der Rezensent, wird den Reichtum der angebotenen Argumente samt der umfassenden Kenntnis auch der anderen Aufklärungsdenker sowie der Sekundärliteratur bestaunen und wird sich dem Genuss eines selten zu erlebenden Gedankenreichtums hingeben.
Archiv für Rechts- und Sozialphilosophie (Herrmann Klenner) Heft 4/2013

The book tights together political history, scientific advancements, theological issues, theories of right and moral philosophy to highlight the turning points of the thought of modernity on the legality of nature and spirit. It gives an impression of depth and wideness, of articulation and richness of details. In few words: a great source of information from a multifocal perspective.
Cinzia Ferrini (Trieste)