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’Zoologen und Physiker als die berufensten Forscher in Sachen der Aesthetik‘ ?

Zur Bestimmung der experimentellen Ästhetik in der Allgemeinen Kunstwissenschaft


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 58. Heft 1
EUR 14,90



Bei dem Anliegen der Grundlegung einer zeitgemäßen Kunstwissenschaft, das die Forscher um M. Dessoir verbindet, kommt der Auseinandersetzung mit der experimentellen Ästhetik G. Th. Fechners eine zentrale Rolle zu. So werden die antimetaphysische Haltung und die Phänomennähe dieses Ansatzes, der dezidiert die Position des ästhetischen Subjekts in den Blick nimmt, begrüßt. Allerdings bemängelt man zugleich, dass dies um den Preis der Vernachlässigung des ästhetischen Objekts geschieht, wie es vor allem K. Fiedler in erkenntnistheoretischer Absicht thematisiert hatte. Umkehrt betrachtet man es an Fiedlers Objektivismus als problematisch, dass hier die Subjektivität des Rezipienten und des Künstlers programmatisch ausgeblendet bleibt. Neben Dessoir entwickeln daher u.a. E. Utitz, M. Geiger und E.W ind sehr unterschiedliche Ansätze, die das gemeinsame Ziel verbindet, beide Aspekte als komplementären Zusammenhang zu thematisieren.


G.Th. Fechner’s experimental aesthetics plays a crucial role in the modern theory of art, which the researchers around M. Dessoir develop at the beginning of the 20th century. In Fechner’s approach, which decidedly focuses on the position of the aesthetic subject, they especially appreciate the anti-metaphysical attitude as well as its closeness to the aesthetic phenomenon. However, they complain that this is done at the cost of neglecting the aesthetic object addressed paradigmatically by K. Fiedler in a primarily epistemological intention. Nonetheless, Dessoir and his circle criticise Fiedler’s objectivism for its programmatic ignorance of the recipient’s as well as the artist’s subjectivity. Thus, not only Dessoir, but p.e. also E.Utitz, M. Geiger, and E.Wind propose quite different approaches to art theory, sharing the intention to understand the aesthetic subject and object as complementary parts of a whole.