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Vom Text zur Person

Hermeneutische Aufsätze (1970-1999)


Herausgegeben von Peter Welsen
Philosophische Bibliothek 570. 2007. Übersetzt und mit einer Einleitung versehen vom Herausgeber. XXIV, 332 Seiten.
978-3-7873-1835-3. Kartoniert
EUR 24,90


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Ricoeurs philosophische Entwicklung seit Beginn der siebziger Jahre dokumentiert sich nicht nur in seinen Monographien, sondern auch in einer Reihe von Aufsätzen, die bislang unübersetzt geblieben oder an entlegener Stelle in deutscher Sprache erschienen sind.

Das Ziel des Bandes besteht darin, besonders prägnante Aufsätze zu den wichtigsten Themen zu präsentieren, mit denen sich Ricoeur in dieser Zeit auseinandergesetzt hat. Dazu zählen seine Überlegungen zu einer Hermeneutik des Textes, zur Theorie von Metapher und Erzählung, zum Verhältnis von Ideologie und Utopie, zur Religionsphilosophie, zu einer Hermeneutik des Selbst, zur Ethik und Rechtsphilosophie sowie zum Verhältnis von Erinnerung und Vergessen. Auf diese Weise soll dem Leser die Gelegenheit geboten werden, sich einen Überblick über die Schwerpunkte von Ricoeurs philosophischer Arbeit der letzten drei Jahrzehnte zu verschaffen. Was die Auswahl der einzelnen Texte anbelangt, so orientiert sie sich zum einen am Gewicht der Themen im Zusammenhang des gesamten Werks, zum anderen aber auch daran, dass die Beiträge die Position des Autors auf besonders exemplarische Weise darstellen.

Der Band wird abgerundet durch eine »Philosophische Autobiographie«, in der Ricoeur seinen Denkweg reflektiert.
Der Hermeneutik identitätsstiftender Erzählungen, die ein gelingendes Leben des Selbst indizieren, wird, wie ein Zwilling, immer auch die Hermeneutik des Misslingens beigesellt bleiben. Es gehört zu den bleibenden Verdiensten Ricoeurs, sich programmatisch gegen jeden Versuch gewandt zu haben, diese Dialektik still zu stellen.
Süddeutsche Zeitung

Wie es diese wenigen Andeutungen zeigen, erschließt der vorzügliche Band das ganze philosophisch-hermeneutische Denken Ricoeurs bis hin zur letzten großen Thematik von 'Gedächtnis, Geschichte, Vergessen'. Er kann in seiner Auswahl der Beiträge und der diese in den Zusammenhang der Hauptwerke einordnenden 'intellektuellen Autobiographie' als verlässlicher Wegweiser und Zugang zu einem für die Theologie noch immer nicht in seiner ganzen Relevanz wahrgenommenen großen Denker des vergangenen Jahrhunderts dienen.
Marburger Jahrbuch Theologie XX (Marburger Theologische Studien 105)

Die 'intellektuelle Autobiographie' Ricoeurs sollte als einführende Lektüre zu jedem Seminar verwendet werden, das sich mit diesem Autor beschäftigt. Auch die Bibliographie ist überaus nützlich; gleiches gilt für das Glossar griechischer Ausdrücke, welches eine gute Hilfestellung in Lehrveranstaltungen bietet.
Prof. Dr. Michael Quante

... gibt eine gut durchstrukturierte Einführung in Paul Ricoeurs Hermeneutik der Handlung, Person und Leiblichkeit.
Prof. Dr. Bernhard Irrgang

Eine sehr gute Einführung in Ricoeurs philosophische Hermeneutik. Besonders lobenswert ist die erstmalige Präsentation einiger wichtiger Aufsätze in deutscher Sprache, besonders der 'Intellektuellen Autobiographie' von 1995.
Prof. Dr. Christoph Jamme

... eignet sich ganz hervorragend als Grundlage für eine Übung.
Prof. Dr. Daniel Krochmalnik

Es handelt sich meines Erachtens um die Zusammenstellung sehr wichtiger und für die Entwicklung des Autors äußerst aufschlussreicher Texte, die für die deutsche Rezeption eine bedeutende Bereicherung darstellen. Das Buch kann ohne weiteres für ein einführendes Seminar über Ricoeur als Grundlage dienen und für weitergehende Beschäftigung eine wichtige Ergänzung sein. Die einleitende Besprechung der Texte ist knapp, aber instruktiv.
Prof. Dr. Walter Schweidler

Ricoeurs hermeneutisches Denken wird in diesem Band in seiner ganzen Vielschichtigkeit sichtbar.
Prof. Dr. Hubert Sowa

Diesem Buch gelingt es auf eingängige Weise, Ricoeur auch dem akademischen Neuling nahe zu bringen und für eine weitere Lektüre zu begeistern. Daher ist dem Werk eine weite Verbreitung und wohlwollende Aufnahme zu wünschen.
Prof. Dr. Carl-Friedrich Geyer