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Über das Unendliche, das Universum und die Welten

De l'infinito, universo et mondi


Herausgegeben von Angelika Bönker-Vallon
Giordano Bruno Werke 4. 2007. Italienisch-Deutsch. Übersetzung, Einleitung und Kommentar von Angelika Bönker-Vallon. CXLIII, 427 Seiten.
978-3-7873-1804-9. Leinen
EUR 128,00


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"De l'infinito, universo e mondi" ist ein eindrucksvolles Dokument neuzeitlichen Denkens, in dem sich der epochale Umbruch vom Mittelalter zur Moderne manifestiert.

Auch mit seiner Schrift De l'infinito, universo e mondi" sprengt Giordano Bruno den Rahmen der traditionellen Naturphilosophie. In fünf Dialogen kämpft er für eine radikal innovative Weltsicht und stellt der herkömmlichen Lehre des endlichen Universums mit strenger Methodik die provozierende These der kosmischen Unendlichkeit gegenüber: Der unendliche Gott kann die Totalität seiner Seinsfülle nur in einem unbegrenzten Weltall und einer unzählbaren Anzahl von Welten zum Ausdruck bringen. Dazu entwickelt Bruno die Theorie eines homogenen Alls, die die bis dahin selbstverständlichen hierarchischen Strukturen der Physik und Astronomie eliminiert, um sie durch die zukunftsweisende Theorie der Gleichartigkeit der Materie und physikalischen Örter zu ersetzen.
Diese prächtig ausgestattete, sorgfältig redigierte und mit erhellenden Kommentaren versehene kritische Edition ist eine verlegerische Großtat [...] Die Übersetzungen der Bruno-Texte wirken frisch, lebendig, ohne dabei gewollt 'modern' zu klingen.
Michael Schmidt-Salomon in der blaue reiter 2/2007

Die Ausstattung des Buches, dies sei gleich zu Beginn vermerkt, ist vorzüglich. Man nimmt den braunen Leineneinband mit dem grünen Vorsatzpapier gern in die Hand. Die Sorgfalt bei der Herstellung der Werkausgabe, die mit Band 4 beginnt, entspricht der editorischen und übersetzerischen Leistung ...
Marburger Forum, Jg. 8 (2007), Heft 2

Ein opulent ausgestattetes und liebevoll-akribisch kommentiertes Buch, das zu hemmungslosem Schmökern einlädt ...
Jochen Kirchhoff in Raum & Zeit

Für den Bruno-Leser läßt die vorliegende Ausgabe eigentlich keinen Wunsch offen; sie bietet eine hervorragende Voraussetzung, sich dem Text in einer soliden Edition und einer zeitgemäßen Übersetzung anzunähern und sich das sprachliche wie thematische Material mittels des Kommentars zu erschließen. Dazu erfüllt die Ausgabe auch den selbstgesteckten Anspruch, einen 'sinnlichen Genuß' zu bieten: die Ausstattung der Bände macht es tatsächlich zu einer Freude, sie zur Hand zu nehmen. [...] Dieser Band gehört wie die anderen Bände dieser gediegenen Werkausgabe in jede ordentliche Bibliothek der Fächer Philosophie, Romanistik und Theologie.
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB)

A striking aspect of the introduction to this volume is the meticulousness with which it specifies the different aims and the peculiar form of 'De l'infinito, universo et mondi'. [...] Ultimately, all this goes to show that this edition provides an essential instrument for German speakers seeking to be initiated into Bruno's philosophy.
Isis. Journal of the History of Science Society 100:2 (2009)

Der 2007 erschienene vierte Band stellt einen wichtigen Punkt in der Beschäftigung der brunensischen Philosophie dar. Er bereichert die Bruno-Forschung im Allgemeinen und die Giordano Bruno-Werkausgabe des Meiner Verlages im Besonderen. Die von Ludwig Kuhlenbeck Anfang des vorigen Jahrhunderts in Angriff genommene Übersetzung hat nun einen würdigen Nachfolger erhalten, dessen hohe Zuverlässigkeit ihn schon heute in den Rang eines Standardwerkes erhebt. Die über 100 Seiten starke Einleitung und der fast ebenso lange Kommentar Bönker-Vallons bringen dem Leser die schwierigen Gedankengänge und zahlreichen Anspielungen Brunos nahe.
www.literaturkritik.de

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Wie kein anderer Denker und Kosmologe hat Bruno den irdischen Provinzialismus aus den Angeln gehoben, der uns den Blick verstellt für die Allgegenwart von Leben und Bewusstsein im unendlichen Raum. Der Weltraum ist für Bruno nichts anderes als ein Ausdruck des unendlichen Lebens des Universums. Brunos Vision eines brodelnd lebendigen, hoch kommunikativen, vibrierend intelligenten und allbewussten Universums, vorgetragen in einer vulkanischen, leidenschaftlichen, ja erotischen Sprache, war vor 400 Jahren eine Herausforderung - und ist es auch noch heute.
Der Spiegel

Wenn man seine Schriften liest und dazu noch einen Blick in die Berichte von seinem öffentlichen Auftreten wirft, so fehlt einem tatsächlich nichts dazu, ihn einen großen Mann zu nennen.
Bertolt Brecht

... seine Philosophie zeugt von einem eigentümlichen, überlebendigen und sehr originellen Geist. Der Inhalt seiner allgemeinen Gedanken ist die Begeisterung für die schon erwähnte Lebendigkeit der Natur, Göttlichkeit, Gegenwart der Vernunft in der Natur.
G.W.F. Hegel