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Selbstbezügliches Schwarz?–Zur Reflexivität von Bildern


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 55. Heft 2
EUR 14,90


Die Selbstbezüglichkeit von Bildern ist in den kunst- und bildtheoretischen Diskussionen ein viel behandeltes Thema. Es wird jedoch selten geklärt, worin sie besteht und wie sie sich vollzieht. In Anlehnung an Niklas Luhmann schlägt dieser Artikel ein Modell von Reflexivität vor: Jeder Selbstbezug vollzieht sich durch ein oft auffälliges bildliches Element, das im visuellen Gefüge konkret bestimmt wird und den Blick so nicht auf das Bild im Ganzen, sondern auf einen seiner spezifischen Aspekte lenkt. Dieses Modell charakterisiert Reflexivität als Dimension von bildlichen Darstellungen im Allgemeinen und unterscheidet sie ebenso von künstlerischer Reflexion wie motivisch-thematischen Selbstbezügen.

The reflexivity of images is often dealt with in theoretical discourse on art and image. Yet what reflexivity consists of and how it proceeds within images is seldom clarified. Following a basic idea taken from Niklas Luhmann, this article proposes a model of reflexivity, namely: Each self-reference often proceeds by a conspicuous iconic element, which is concretely determined within the visual arrangement and thus draws the beholder’s attention not to the image as a whole, but to one of its specific aspects. This model characterizes reflexivity as a dimension of iconic representation in general and distinguishes it from mere artistic reflection and thematic self-reference.