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Schriften zur Kritischen Philosophie 1795-1805


Herausgegeben von Andreas Arndt und Jure Zovko
Philosophische Bibliothek 591. 2007. Mit einer Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Andreas Arndt und Jure Zovko. 239 Seiten.
978-3-7873-1848-3. Leinen
EUR 9,95


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Diese Auswahl konzentriert sich auf die im weitesten Sinne frühromantische Epoche der Entwicklung von 1795 bis 1805, die Schlegel im Anschluß an Kant, der seine Zeit als "Zeitalter der Kritik" charakterisierte, als Epoche der Kritischen Philosophie verstand. In Rezensionen, Kritiken, Essays, Fragmenten und Arbeitsnotizen entwirft Schlegel eine Philosophie, die radikal historisch denkt und – trotz aller Bezugnahmen auf Fichte – nicht von obersten Prinzipien ausgeht.

Die "Historisierung des Transzendentalen" erfolgt durch eine "Totalisation von unten herauf" in einem hermeneutisch-kritischen Prozess, der in eine durch das Konzept der Ironie charakterisierte transzendentalphilosophische Dialektik mündet. Schlegel ist nicht nur der Begründer der frühromantischen Hermeneutik und Kritik, sondern auch Urheber der ersten Konzeption von Dialektik in der nachkantischen Philosophie. Die von Schlegel veröffentlichten Texte werden im Wortlaut des Originals abgedruckt und erstmals eingehend kommentiert. Eine ausführliche Einleitung der Herausgeber erschließt die Entwicklung und die Grundbegriffe der frühromantischen Philosophie Schlegels und gibt Hinweise zum Verständnis der einzelnen Texte.

Friedrich Schlegel steht als Philosoph noch immer im Schatten seiner Zeitgenossen. Dies liegt nicht nur an tradierten Vorurteilen, sondern auch an der scheinbar unsystematischen, essayistisch-aphoristischen Form der einschlägigen Texte, in denen zudem vielfach die Grenzen zwischen Poesie und Philosophie nivelliert werden.
Den Herausgebern ist sprichwörtlich ein großer Wurf gelungen: Sie erschließen frühe Texte Schlegels, die gegenwärtig und begründungstheoretisch höchst anregend sind. Dabei helfen die vorzügliche Einleitung der Herausgeber, ihre Anmerkungen zu den einzelnen Texten sowie das Personenregister bei der Orientierung. Weiterführende Literatur bietet die Auswahlbibliographie. Das Buch ist undebingt empfehlensdwert.
Zeitschrift für romanische Philologie Bd. 125 (2009) Heft 1