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Philosophische und populärwissenschaftliche Schriften


2017. 3 Bände, LXXVI, 1.391 Seiten.
978-3-7873-2896-3. Leinen
EUR 198,00


Diese Edition enthält erstmals alle wissenschaftsphilosophischen, erkenntnistheoretischen und populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen des Universalgelehrten Hermann von Helmholtz.


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Aus dem vielfältigen Werk von Hermann von Helmholtz versammelt diese Ausgabe die im engeren Sinne philosophischen Abhandlungen, vor allem zur Wissenschaftsphilosophie und Erkenntnistheorie, sowie Vorträge und Reden, bei denen der Autor seine Ausnahmestellung im Wissenschaftsbetrieb nutzte, um die Wissenschaften und ihre Institutionen in der bestehenden Form zu repräsentieren und zu begründen.

Ein Philosoph wollte Helmholtz nicht sein, aber er legte der philosophischen Reflexion wissenschaftlicher Erkenntnis und wissenschaftlichen Handelns große Bedeutung bei. Vor allem bezog er, in der Regel ausgehend von seinen fachwissenschaftlichen Forschungen, in den verschiedensten Kontexten zu erkenntnistheoretischen und methodologischen Problemen der Wissenschaften Stellung. Bereits »Ueber die Erhaltung der Kraft« (1847) lässt erkennen, wie verwoben naturwissenschaftliche Grundlagenforschung und philosophische Grundlagenreflexion in seinem Werk sind. Die aus den frühen sinnesphysiologischen Forschungen hervorgegangene empiristische Wahrnehmungslehre trug ihm den Ruf ein, ein maßgeblicher Vertreter des Neukantianismus zu sein. Spätere Arbeiten v.a. zur Geometrie und Arithmetik – das zeigt die vorliegende Ausgabe – stellen jedoch eine radikale Absage an den konstitutiven Kern des Kantianismus (nämlich die Existenz synthetischer Urteile a priori) dar.

Helmholtz’ philosophische Beiträge sind bisher in ihrer Vollständigkeit nicht annähernd so gut zugänglich wie sein naturwissenschaftliches Werk. Die Ausgabe enthält außerdem bibliographische Vorberichte zur Einordnung, detaillierte Namens- und Sachregister sowie mit 575 Einträgen für den Zeitraum zwischen 1842 und 2012 die erste umfassende Bibliographie von Helmholtz verfasster Werke überhaupt.

»Ich glaube, dass der Philosophie nur wieder aufzuhelfen ist, wenn sie sich mit Ernst und Eifer der Untersuchung der Erkenntnissprocesse und der wissenschaftlichen Methode zuwendet. Da hat sie eine wirkliche und berechtigte Aufgabe.«
Helmholtz in einem Brief um 1875
"Die Aktualität von Helmholtz […] zeigt sich besonders deutlich in einer gesellschaftlichen Situation, in der Wissenschaftler sich gezwungen sehen, auf die Straße zu gehen, um die Raison d´Etre ihres Tuns in Erinnerung zu rufen und zu verteidigen. Dass diese Situation wie ein Unwetter vorübergehen wird, scheint eher zweifelhaft. Umso angebrachter ist da die Rückbesinnung auf Figuren wie Herrmann von Helmholtz, die das kognitive und soziale Potenzial wissenschaftlichen Arbeitens auf schlagende Weise zum Ausdruck bringen." Henning Schmidgen, Frankfurter Allgemeine, 27.09.2017

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