Fehler gefunden?
Erweiterte Suche
English Deutsch

Die beiden Quellen der Moral und der Religion


Philosophische Bibliothek 592. 2018. Aus dem Französischen übersetzt von Eugen Lerch. Mit einem Essay von Ernst Cassirer: "Henri Bergsons Ethik und Religionsphilosophie". XXXVII, 335 Seiten.
978-3-7873-3352-3. E-Book
DOI: https://doi.org/10.28937/978-3-7873-3352-3
EUR 21,99
Beachten Sie vor dem Kauf die Hinweise zu den Nutzungsrechten und Formaten!


Im Buch blättern
In seinem letzten größeren Werk Les deux sources de la morale et de la religion (1932) entwirft Bergson, ausgehend von seinem zentralen Begriff des élan vital, eine Ethik und Religionsphilosophie, die die beiden Kulturphänomene Moral und Religion auf deren interne Veränderungskräfte prüft. Dabei unterscheidet Bergson zwischen einer „geschlossenen Moral“, die wesentlich zur Selbsterhaltung einer Gesellschaft beiträgt und im Großen und Ganzen unser Alltagsverhalten bestimmt, und einer „offenen Moral“, die auf Freiheit, Menschlichkeit und Liebe beruht. Diese „höhere“ Moral, die eine offene Seelenhaltung voraussetzt, verhält sich zur „niederen“ der geschlossenen Gesellschaft wie Bewegung zur Ruhe, Dynamik zur Statik, Freiheit zum Gesetz und steht für das schöpferische Prinzip, das gesellschaftliche Veränderungen ermöglicht und hervorbringt. Diesen beiden Moralprinzipien entsprechen die beiden Formen der Religion: Der „statischen“ Religion, die durch Riten und Zeremonien gesellschaftliche Stabilität erzeugt und die er als eine Art Abwehrmaßnahme gegen natürliche Bedrohungen bezeichnet, stellt Bergson die „dynamische“ Religion gegenüber, deren Wesen für ihn in einem welt- und lebenszugewandten Mystizismus liegt, der am élan vital teilhat und ein lebensbejahendes Engagement herausfordert. Unter Rückgriff auf christliche Mystik, buddhistische Kontemplation, aber auch die Alleinheitslehren von Platon und Plotin verweist Bergson 1932, am Vorabend des Faschismus und der europäischen Katastrophe, auf die Möglichkeit einer offenen, den Prinzipien des Universalismus verpflichteten Gesellschaft. Beigegeben ist der Aufsatz, den Ernst Cassirer unmittelbar nach Erscheinen der deutschen Ausgabe 1933 für die jüdische Monatszeitschrift „Der Morgen“ verfasste.

Nutzungsrechte in der eLibrary:
Unbegrenzt im Webbrowser online lesen, unbegrenzt Texte herauskopieren, einmaliger Druck und Download (PDF) von je 50 Seiten, Volltext durchsuchen, Markieren, Notizen und Lesezeichen anlegen.» Weitere Infos zur eLibrary.

Beachten Sie auch folgende Titel:

Das Lachen
Bergson, Henri

Das Lachen

Materie und Gedächtnis
Bergson, Henri

Materie und Gedächtnis

Zeit und Freiheit
Bergson, Henri

Zeit und Freiheit