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Philosophie im Nationalsozialismus


Herausgegeben von Hans Jörg Sandkühler
Blaue Reihe. 2009. 344 Seiten.
978-3-7873-1937-4. Kartoniert
EUR 24,90


In diesem Band geht es um die Darstellung des Spektrums von Beförderung und / oder Anpassung bis hin zum deutlichen Widerstand, mit dem die Philosophie in Deutschland 1933 auf den Nationalsozialismus reagierte.


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Die Beiträge in diesem Buch zu Universität, Wissenschaft und Philosophie im Nationalsozialismus, zum Untergang des Neukantianismus im 'Dritten Reich' und zu Oskar Becker, Martin Heidegger, Erich Rothacker, Joachim Ritter und Karl Schlechta einerseits und andererseits zu Hannah Ahrend und Karl Jaspers sowie zum Wiener Kreis - sie stehen für Alternativen, die es gegenüber dem Nationalsozialismus gegeben hat - zeigen, daß das wechselseitige Bestätigungsverhältnis der symbolischen Traditionen, gemeinsame Praktiken und Einstellungen nicht schicksalhaft zu Uniformität geführt haben.

Zu unterscheiden und sich zu unterscheiden, war nicht unmöglich. Dies ist zu berücksichtigen, wenn es um das Verstehen dessen geht, was nicht vergessen und verdrängt werden darf. Zur nachträglichen Entschuldigung ist das Verstehen weder aufgerufen noch berufen. Das Verstehen-Können ist auch keine Alternative zu kantischer Kritik. Lehren ziehend, wird man die moralische Norm nicht aufgeben, auf deren Grundlage Hannah Arendt gefordert hat, "daß Menschen auch dann noch Recht von Unrecht zu unterscheiden fähig sind, wenn sie wirklich auf nichts anderes mehr zurückgreifen können als auf das eigene Urteil, das zudem unter solchen Umständen in schreiendem Gegensatz zu dem steht, was sie für die einhellige Meinung ihrer gesamten Umgebung halten müssen".

Mit Beiträgen von Volker Böhnigk, Dagmar Borchers, Emmanuel Faye, Hans Friedrich Fulda, Michael Grüttner, Wolfram Hogrebe, Lars Lambrecht, Hans Jörg Sandkühler, Jens Thiel und Gereon Wolters.
Die hier versammelten Autoren (...) stellen bohrende Fragen und überraschen mit klugen, differenzierten Analysen. Von der Universität und der Wissenschaft, insbesondere der Philosophie, unter der Diktatur wird ein anschauliches Bild vermittelt. Einige Aufsätze befassen sich mit den Lebensläufen verschiedener Philosophen. Den Leser erwartet eine brisante und aufwühlende Lektüre. Mit weiterführenden Anmerkungen und Personenregister.
ekz.bibliotheksservice (Dezember 2009)

... kann man gewiss sagen, dass die meisten Beiträge einen wirklichen Sachlichkeitsgewinn jenseits von Moralisierung und Apologetik bedeuten, an den die weitere Forschung anknüpfen kann.
Informationsmittel für Bibliotheken

Beeindruckend genaue und zugleich bedrückende Studien über die Schwierigkeiten im Umgang mit dem Wissen. Lesenswert!
Geschichte der Germanistik 37/38 (2010)

Dieses auf die Philosophie und Philosophen der Täterseite konzentrierte Werk ist allerdings nicht allein für die deutsche Philosophiegeschichte von Bedeutung, sondern durchaus auch im Kontext der Jüdischen Studien. Denn neben der Darstellung von teilweise immer noch weitgehend verschwiegenen oder geleugneten Tatsachen wird hier ein Einblick in die Wirkung der Nazi-Philosophen auf die Nachkriegszeit in der Bundesrepublik gewährt, die bis heute auch die (bis in die 1990er Jahre hinein kaum vorhandene) Rezeptionsgeschichte deutsch-jüdischer Philosophen wie Cassirer weitgehend bestimmt.
PaRDeS 17 (2011)