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Phänomenologische und experimentelle Ästhetik


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 57. Heft 2
EUR 14,90


Der Artikel versucht drei Thesen zu verteidigen: Erstens die Ansicht, dass man zwar philosophische und empirische Ästhetiken klar unterscheiden und auch gegenüberstellen kann, dass der Begriff der experimentellen Ästhetik aber keineswegs nur für Ästhetiken reserviert werden sollte, welche außerhalb der Philosophie zu finden sind. Denn insbesondere bei phänomenologischen Ästhetiken, so die zweite These, lässt sich in einem bestimmten Sinne auch von einer experimentellen Ästhetik sprechen – nämlich genau dann, wenn mit der Methode der Eidetischen Variation gearbeitet wird, und insofern sich diese Methode als eine Form von mentalem Selbstexperiment verstehen lässt. Da diese Methode aber nun nicht nur innerhalb der phänomenologischen Philosophie verwendet wird, soll drittens die Ansicht verteidigt werden, dass es in der Philosophie insgesamt eine lange Tradition experimenteller Ästhetiken gibt und zum Beispiel die Transzendentale Ästhetik Kants geradezu ein Musterbeispiel einer solchen ist, da sie ihre Erkenntnisansprüche weder induktiv noch deduktiv, sondern mittels des Experiments einer Eidetischen Variation begründet.

The article tries to defend three theses: First the opinion that in fact philosophical and empirical aesthetics can be clearly distinguished and as well juxtaposed, but the term experimental aesthetics should not only be reserved for aesthetics, which can be found outside of philosophy. Because notably phenomenological aesthetics, so the second thesis, are in a certain way experimental aesthetics – namely if and only if the method of Eidetic Variation is used and insofar this method can be understood as a form of a mental self-experiment. Since this method is not only used in phenomenological philosophy, thirdly the opinion should be defended that there is a long tradition of experimental aesthetics in philosophy taken as a whole and e.g. Kant’s transcendental aesthetic is an epitome of such kind, because it bases its claim for knowledge neither inductively nor deductively, but using the experiment of an Eidetic Variation.