Als wesentliche Inkubatoren der Populär- und Popkultur der Weimarer Republik sind Unterhaltungsmagazine mittlerweile durchaus in den Fokus der Forschung gerückt, auch mit Blick auf die Zeit um 1933. Hier sieht es zunächst so aus, als ließe sich 1933 eine klare Zäsur ausmachen. Ein wesentlicher Motor der Weimarer Populärkultur, der Ullstein-Verlag, wird 1934 enteignet und ‚arisiert‘; 1934 wird das Magazin Uhu eingestellt, um nur ein Beispiel zu nennen. Ein weiteres Magazin aus dem Hause Ullstein, Die Dame, lebt allerding bis 1943 fort. Oberflächlich bleibt vieles gleich, beim Durchblättern der Ausgaben fällt jedoch schnell auf, dass sich Repräsentationen und Schwerpunkte zugunsten der NS-Ideologie verschieben. In den Beiträgen dieses Sonderheftes der Kulturwissenschaftlichen Zeitschrift wird diese Beobachtung vertieft. Es wird gezeigt, wie sich der Wechsel zum Nationalsozialismus in Publikationen wie Das Leben, Die Woche, Das Magazin, Die Filmwelt und Arbeiter Illustrierte Zeitung niederschlägt, und weiter: wie sich das Zeitschriftenangebot insgesamt in den 1930er Jahren entwickelt.
Jetzt erschienen: KWZ 2025/3
- 19.12.2025
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