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Metaphysik


Herausgegeben von Heinrich Pfannkuch
Philosophische Bibliothek 677. 2015. Mit einer Einleitung und Anmerkungen textkritisch hrsg. von Michael Sellhoff. CXLVIII, 349 Seiten.
978-3-7873-2840-6. E-Book
EUR 49,99
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Johann Nicolaus Tetens zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen des 18. Jahrhunderts. Nicht nur Zeitgenossen galt er als maßgeblicher Psychologe und einer der gebildetsten Männer seiner Generation, sondern auch Denker wie Max Horkheimer erkannten, dass Tetens’ Arbeiten wirkungsgeschichtlich aufs engste mit Kants Transzendentalphilosophie verbunden sind.

Gleichwohl ist seine Rezeption bislang im Schatten der Kant-Rezeption verblieben: Während das Hauptwerk von Tetens, die Philosophischen Versuche über die menschliche Natur und ihre Entwickelung von 1777, in seiner - von Kant selbst bestätigten - Wirkung auf die Kritik der reinen Vernunft kaum zu überschätzen ist, musste bisher das nachkritische Denken Tetens’ durch sein akademisches Verstummen im Dunkeln bleiben, existierte doch mit Ausnahme einiger theologischer Aufsätze keine Überlieferung aus der Zeit nach 1780.

Die vorliegende Edition präsentiert demgegenüber ein einzigartiges Dokument: Ein neu aufgefundenes Manuskript gibt die letzte philosophische Vorlesung Tetens’ von 1789 wieder. Nach der Legitimationskrise der Leibniz-Wolffischen Schulphilosophie arbeiteten Kant wie Tetens an dem ambitionierten Vorhaben einer Neubegründung der Metaphysik: Während jener die transzendentale Perspektive der kritischen Philosophie entwickelt, projektiert dieser - ausgehend von einer dezidierten Metaphysikkritik - ein Programm zur Renovierung der philosophischen Hauptwissenschaft, dem er bis zum Ende seiner akademischen Tätigkeit verbunden bleibt.

Die kritische Edition des Textes wird ergänzt durch eine ausführliche Einführung des Herausgebers in den historischen Kontext und in die systematischen Fragen von Tetens’ Philosophie sowie durch einen Stellenkommentar und ein Personen- und Sachregister.
"... in mustergültiger Weise von Michael Sellhoff editiert [...] An diesem glänzend aufbereiteten Text ist nämlich u. a. zu ersehen, dass der transzendentale Weg einer Überwindung des ‚garstig breiten Grabens‘ zwischen Vernunft und Erfahrung noch in den 1780-er und 1790-er Jahren keineswegs der einzige war, der den Zeitgenossen als attraktiv oder auch nur gangbar erschien. Tetens’ Vorlesung dokumentiert in aller wünschenswerten Deutlichkeit, wie stark auch im späten 18. Jahrhundert noch auf eine Erweiterung und Differenzierung der Leibniz’schen Metaphysik gesetzt wurde und damit auch, welchen Schwierigkeiten Kant ausgesetzt war, die „Prüfung“ seiner Ergebnisse in „gute Hände“ zu legen." Gideon Stiening, Kant-Studien 2017/3

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