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Lehre vom Noetischen und Dianoetischen Denken bei Platon und Aristoteles

Ein Beitrag zur Erforschung der Geschichte des Bewußtseinsproblems in der Antike


1985. 2., mit neuen Vorwort versehene Auflage. X, 294 Seiten.
978-3-7873-0653-4. Gebunden
EUR 68,00


Im vorliegenden Buch stellt Klaus Oehler die Lehre vom noetischen und dianoetischen Denken bei Platon und Aristoteles dar und begründet damit erstmals die These, dass das für die neuzeitliche Philosophie zentrale Problem der Reflexion und des Selbstbewusstseins schon, wenn auch nicht in gleicher Weise, in der antiken Philosophie eine Rolle gespielt hat.
Das Komplementärverhältnis zwischen Noesis und Dianoia in der Erkenntnislehre von Platon und Aristoteles hat durch die sich daran anschließende, in allen europäischen Sprachen ausdrückliche Unterscheidung von Intellekt und Ratio, Intuition und Diskursivität, Vernunft und Verstand, Evidenz und Kritik, Vertrautheit und Kontrolle seine bis in die moderne Wissenschaftstheorie hineinreichende Wirkung, wo es im Zusammenhang mit kontrovers diskutierten Methodenfragen in veränderter Form wieder auftaucht.
Stellvertretend für andere Beispiele ist zudem das Abduktions- und Induktionsproblem zu erwähnen. Es ist der Verdienst Charles Sanders Peirces, durch Differenzierung des synthetischen Schließens in Abduktion und Induktion auf die besondere Bedeutung der Hypothesenbildung im Erkenntnisprozess aufmerksam gemacht zu haben.