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Kants Metaphysik und Religionsphilosophie


Herausgegeben von Norbert Fischer
Kant-Forschungen 15. 2004. XXXVI, 732 Seiten
978-3-7873-1662-5. Gebunden
EUR 136,00


Der Band enthält Beiträge zu Kants theoretischer und praktischer Philosophie, zu seiner Religionsphilosophie und zu übergreifenden metaphysischen Problemen sowie Aufsätze zum Schicksal der kritischen Metaphysik in der unmittelbaren Nachfolgephilosophie.
Den Abschluß bilden Untersuchungen zu Kants Wirkung im nichtdeutschen Sprachraum.


Auch noch 200 Jahre nach seinem Todestag erfährt die von Immanuel Kant entwickelte kritische Philosophie weltweit hohe Aufmerksamkeit. Denn obgleich seine Kritik die hochfliegenden Ansprüche der menschlichen Vernunft in die Schranken weist, öffnet sich erst durch sie das Tor zum Unbedingten. Kant wehrt dogmatische Metaphysiken ab, aber ebenfalls "freche und das Feld der Vernunft verengende Behauptungen des Materialismus, Naturalismus, und Fatalismus".

Die Auswirkungen sind weitreichend: In der theoretischen Philosophie etwa stößt Kants kritische Philosophie auf die transzendentale Funktion des Subjekts, während ihr in der praktischen Philosophie das Subjekt als Zweck an sich selbst begegnet. In beiden Bereichen destruiert sie jedoch den ungehemmten Willen zur Macht, der sich im Gewand der Philosophie als Dogmatismus ausspricht, ob positiv metaphysisch, ob negativ, skeptizistisch oder nihilistisch.

Die Grenzen des Gebrauchs der Vernunft hat Kant lediglich entdecken können, weil es ihm um Unbedingtes ging. Wem die Suche nach Unbedingtem keine Aufgabe ist, dem fehlt der Schlüssel zum Eintritt in das Gebäude der kritischen Philosophie. Weder die Gleichgültigkeit gegenüber den Fragen der Metaphysik noch die Furcht, sie ernsthaft zu erörtern, können sich auf Kant als Kronzeugen berufen. Seine Neubegründung von Metaphysik und Religionsphilosophie ist auch nach Friedrich Nietzsche und Martin Heidegger keinesfalls überholt.

Dieser Band enthält Abhandlungen zu Kants theoretischer und praktischer Philosophie, zu seiner Religionsphilosophie und zu übergreifenden metaphysischen Problemen sowie Beiträge zum Schicksal der kritischen Metaphysik in der unmittelbaren Nachfolgephilosophie. Einen interessanten Abschluß bilden Untersuchungen zu Kants Wirkung im nichtdeutschen Sprachraum.
"Es gelingt im vorliegenden Werk, das facettenreiche Bild, das Kants Philosophie bietet, aufzuschlüsseln, und so wird eine ganze Reihe erfrischender, aber auch kontroverser Interpretationsversuche geboten. Der Band 15 der Kant-Forschungen wird aufgrund seiner hohen wissenschaftlichen Qualität in der Diskussion des Kantjubiläums und darüberhinaus eine wegweisende Rolle spielen. Die Denkanstöße, die von ihm ausgehen, werden die Exegese Kants in jedem Fall befruchten." Theologie und Philosophie, Heft 1/2005