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Grundlinien der Philosophie des Rechts


Philosophische Bibliothek 638. 2016. 2., vollständig überarbeitete Ausgabe auf der Grundlage von Band 14 der Gesammelten Werke mit Anmerkungen von Klaus Grotsch. Ca. XII, 380 Seiten.
978-3-7873-2972-4. Kartoniert
EUR 14,90
Erscheint im 3. Quartal 2016


Diese Neuausgabe beruht auf dem Text der kritischen Edition G.W.F. Hegel, Gesammelte Werke, Band 14 (Hamburg 2009-2011). Sie enthält den Text der Erstausgabe mit den Sachanmerkungen aus GW 14,3.


Gemessen an Bedeutung, Rang und Wirkung steht die Rechtsphilosophie Hegels heute neben den Politiken von Platon und Aristoteles, dem Leviathan von Hobbes und dem Contrat social von Rousseau.

Hegels "Grundlinien der Philosophie des Rechts" zählen zu den bedeutendsten Werken der neuzeitlichen Rechts- und Staatsphilosophie. In ihnen entwirft er teils unter Rückgriff auf das frühere ›Naturrecht‹, teils im Blick auf die politische und rechtliche Lage nach der Französischen Revolution und zu Beginn der Restaurationsepoche eine Philosophie des objektiven Geistes. Seit ihrer Erstveröffentlichung im Winter 1820/21 sind die Grundlinien Gegenstand heftiger philosophischer und politischer Auseinandersetzungen gewesen. Unter dem Aspekt der historisch-systematischen Erfassung und Bewertung der Hegelschen Leistung kommt es jedoch zunächst darauf an, den originären Gedanken Hegels klar von der mittelbaren Überlieferung zu trennen, die teils durch die von Eduard Gans für die zweite Ausgabe der Schrift 1833 herangezogenen Vorlesungsnachschriften, teils durch die von ihm vorgenommene Umformung und Umarbeitung dieses Sonderguts zu den sogenannten "Zusätzen" zum Hegelschen Text eigene Wirkung erlangte.
Das absolut Wesentliche im Menschen aber ist das Recht des Lebens, ein Recht, das sich über den Schutz der Unversehrtheit hinaus auch auf die Teilhabe an der Wirklichkeit der Freiheit erstreckt. Für dies Wesentliche muß die bürgerliche Gesellschaft sorgen, und zwar so weit, dass Hegel, jedenfalls im Wintersemester 1819/20, über den sonst stark hervorgehobenen Bildungsaspekt hinaus, immer wieder auch auf das Thema Soziale Sicherstellung zu sprechen kommt, denn erst die Anerkennung gibt dem Individuum sein Dasein. Gerade, weil dies zutrifft, ist Hegels Anspruch an die institutionelle Ordnung von so elementarer Bedeutung. Indem er seine Theorie der Gerechtigkeit nicht gegen, sondern aus den Strukturvoraussetzungen der gegebenen Gesellschaft heraus entwirft, hat er darüber hinaus auch dem politischen Liberalismus ein bis heute brauchbares Instrument an die Hand gegeben, um programmatische Fehlorientierungen zu überwinden.
Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung 2/2013