Ernst Cassirer zählt zu den herausragenden Gestalten der Philosophie des 20. Jahrhunderts – nicht zuletzt aufgrund seiner Verbindung von Kultur- und Mathematikphilosophie. Zwei neue Publikationen widmen sich diesem zentralen Verhältnis und eröffnen differenzierte Einblicke in die symboltheoretischen Grundlagen von Cassirers Denken.
Gregor Nickel/Daniel Koenig (Hrsg.): Ernst Cassirers theoretische Philosophie. Perspektiven aus Mathematik- und Kulturphilosophie
Der Sammelband verfolgt das Ziel, kulturphilosophische und mathematikphilosophische Forschung in einen produktiven Dialog zu bringen. Anhand ausgewählter Schlüsselbegriffe wird gezeigt, wie eine komplementäre Betrachtung nicht nur das Verständnis von Cassirers Mathematikphilosophie vertieft, sondern zugleich neue Perspektiven auf seine Kulturphilosophie eröffnet.
Daniel Koenig: Mathematik als Erkenntnisform. Ernst Cassirers Philosophie der Mathematik und ihre paradigmatische Bedeutung für die Philosophie der symbolischen Formen
Die Monographie von Daniel Koenig rekonstruiert die eigenständige Mathematikphilosophie Cassirers und arbeitet ihre enge Verschränkung mit seinem symboltheoretischen Ansatz heraus. Mathematik wird hier als paradigmatische Form der Erkenntnis bestimmt, die zugleich in der modernen Kultur verortet ist und für das Verständnis der Kultur insgesamt grundlegende Bedeutung gewinnt.
Beide Bände leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur aktuellen Cassirer-Forschung und zur systematischen Erschließung der Beziehungen zwischen Kultur- und Wissenschaftsphilosophie.