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Epistemologie der künstlerischen Praxis


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 56. Heft 2
EUR 14,90


Der künstlerische Schaffensprozess repräsentiert ein Forschungsthema, das vielfältige theoretische und methodische Herausforderungen in sich birgt. So stellt sich zum Beispiel die Frage nach der epistemischen Dimension des künstlerischen Schaffens und ob die philosophische Untersuchung von Schaffensprozessen eine spezielle Wissenstheorie verlangt, die über die klassische Erkenntnistheorie hinausgeht. Im vorliegenden Beitrag werden beide Fragen positiv beantwortet. Zugleich wird argumentiert, dass die philosophische Untersuchung eine rein begrifflich-theoretische Ebene überschreiten muss, weil die konkreten Schaffensprozesse auf diskrete Aspekte des Tuns hinweisen, die theoretisch anspruchsvoll sind. Daher ist die Auseinandersetzung mit methodischen Ansätzen unumgänglich, wenn es um eine Annäherung an die künstlerische Praxis geht. Sowohl die theoretischen als auch die forschungspraktischen Probleme zwingen also die Ästhetik zu einer stärkeren Verschränkung mit den empirischen Sozialwissenschaften und der Praxistheorie.

The process of artistic creation represents a research subject that involves diverse theoretical and methodological challenges. Thus, for example, the question of the epistemological dimension of artistic creation poses itself and of whether philosophical investigation of the processes of creation demands a special epistemology that goes beyond the classical theory of knowledge. In this article both questions are answered in the positive. At the same time it is argued that the philosophical investigation must go beyond a purely conceptual and theoretical level, because the concrete processes of creation point to discrete aspects of activity that are theoretically demanding. For this reason an analysis of methodological approaches is essential where it concerns an approach to the artistic praxis. Both the theoretical and the practical research problems thus compell aesthetics to a closer interleaving with empirical social science and the theory of practice.