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Einführung in die mathematische Philosophie


Philosophische Bibliothek 536. 2006. LXII, 237 Seiten.
978-3-7873-1828-5. Kartoniert
EUR 22,90


Die Einführung in die mathematische Philosophie ist sowohl eine Zusammenfassung der Ergebnisse des mit A. N. Whitehead zusammen verfaßten Werkes "Principia Mathematica" als auch eine Einführung in die Grundlagen der Mathematik und der Erkenntnistheorie. Es setzt keine Kenntnisse der mathematischen Symbolik voraus.


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Dem Versuch, die These zu stützen, daß Logik und Mathematik eins seien, hat Russell mehrere Bücher gewidmet, unter anderem das dreibändige, gemeinsam mit A. N. Whitehead verfaßte Werk "Principia Mathematica" (1910-1913). Die "Einführung in die mathematische Philosophie" faßt die Ergebnisse dieser Untersuchungen zusammen, ohne Kenntnisse der mathematischen Symbolik vorauszusetzen. Sie ist zuweilen und mit Recht "eine bewundernswerte Exposition des Monumentalwerks Principia Mathematica" genannt worden; und sie ist zugleich etwas anderes, insofern sie eine relativ eigenständige Einführung in die Grundlagen der Mathematik und der Erkenntnistheorie darstellt.

Das Buch entstand 1918 im Gefängnis von Brixton, wo Russell eine sechsmonatige Haftstrafe für seine pazifistische Tätigkeit während des 1. Weltkrieges absaß. Es ist sehr anregend zu lesen, wie beinahe alles, was Bertrand Russell geschrieben hat, und es ist ein Buch von der Art, wie es nur jemand wie Russell schreiben kann, wenn er im Gefängnis sitzt und keine Hilfsmittel hat und sich daher entschließt, allen technischen Ballast abzustreifen. Anders als die heute üblichen Texte im Bereich der Philosophie der Mathematik läßt Russell seine Leser immer an seinem Denken teilhaben, an seinen Vermutungen und Irrtümern und an der Begeisterung, die er bei der Beschäftigung mit seinem Gegenstand empfindet. Da er einer der herausragenden Protagonisten des modernen wissenschaftlichen Empirismus und einer der Begründer der heute dominierenden Philosophie der Mathematik ist, gewinnt man auf diese Weise aus seinen Schriften einen einzigartigen Einblick in die Wechselfälle und Ideen der erkenntnistheoretischen und logischen Diskussionen dieses Jahrhunderts.

Die Ausgabe bietet eine revidierte Fassung der deutschen Übersetzung des in den 20er Jahren prominenten Mathematikers E. J. Gumbel sowie W. Gordon. Michael Otte stellt in seiner Einleitung die Russellsche Genialität in den Kontext der Gesamtproblematik, wie sie Wissenschaftstheorie, Erkenntnistheorie und Philosophie der Mathematik seit Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigt.
Der Neuausgabe der didaktisch hervorragenden Abhandlung von B. Russell liegt die nochmals durchgesehene, ebenfalls didaktisch vorzügliche Übersetztung des Mathematikers Emil Gumbel zugrunde. Erstmals ist dieser Veröffentlichung - in der guten Tradition der Philosophischen Bibliothek - eine ausführliche Einleitung von Michael Otte beigefügt. 'Einleitungen' kann man auf zwei Weisen verfertigen. Man kann den historischen Kontext im Hinblick auf den im Text genannten Bezügen Stück für Stück herstellen, das hat für Studenten ersichtlich den Vorteil, in einen bestimmten Bereich der Philosophiegeschichte eingeführt zu werden. Man kann aber auch die in der Abhandlung genannten Probleme und deren Lösungsansätz nochmals und aus der heutigen Sicht umfassender nachzeichnen. Diesen zweiten Weg hat Michael Otte eingeschlagen. Zweifellos hat er damit die Freude an einer noch längst nicht abgeschlossenen Diskussion vermittelt.
Ich werde in Zukunft diese Ausgabe empfehlen
Prof. Dr. Claudius Strube

Es ist erfreulich, dass dieser Text in deutscher Übersetzung vorliegt: Ausgewählte Abschnitte passen sehr gut in ein Seminar zur Logikgeschichte.
Prof. Dr. Siegfried Gottwald

... prägnante Darstellung des Russelschen Logizismus für alle, die diesen Logizismus ohne das Studium der 'Principia mathematica' kennen lernen wollen. Für sie ist dieses Buch unverzichtbar. Russell legt in ihm mit der für ihn charakteristischen Klarheit Gedanken nieder, die den größten Einfluß auf Logik, Mathematik und Philosophie ausgeübt haben und man kann es mit gutem Grund als 'Klassiker' bezeichnen.
Prof. Dr. Felix Mühlhölzer