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Der harmonische Aufbau der Welt

Keplers wissenschaftliches und spekulatives Werk


Blaue Reihe. 2014. 138 Seiten.
978-3-7873-2680-8. E-Book
EUR 12,99


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Mit unbändiger Energie hat Johannes Kepler im frühen 17. Jahrhundert sein Projekt einer finalen Theorie des Himmels vorangetrieben. Werner Diederich zeigt in seinem verständlich geschriebenen und auch zur Einführung in Keplers Denken geeigneten Buch, dass dessen Ziel vor allem darin bestand, mit mathematischen Methoden die Harmonie im göttlichen Weltaufbau zu erfassen.

Das Bild, das wir uns von der Welt machen, ist mitgeprägt durch wissenschaftliche Erkenntnisse, die immer auch zeitbedingt sind. Das war vor 400 Jahren nicht anders, als der Mathematiker und Astronom Johannes Kepler ein Bild der Welt entwarf, das die damals neuesten astronomischen Hypothesen Nikolaus Kopernikus’ sowie Tycho Brahes Beobachtungen des Himmels mit Spekulationen über eine allem zugrundeliegende Harmonik der Welt verband.

Als bleibender Beitrag zur Astronomie wird heute vor allem Keplers Entdeckung der Ellipsengestalt der Planetenbahnen gesehen. Diese Sichtweise beruht jedoch auf der wissenschaftlichen Entwicklung der nachfolgenden Jahrhunderte, die einen ganz anderen Verlauf nahm, als Kepler es sich vorgestellt hatte.

Diederich versucht in seinem äußerst klar und auch für Nicht-Mathematiker verständlich geschriebenen Buch Keplers Werk aus seiner Zeit und von seinem Selbstverständnis her zu begreifen. Für Kepler war seine Himmelsphysik Teil einer umfassenderen, letztlich theologischen Bemühung um die Erforschung der Gründe, aus denen Gott die Welt so geschaffen hat, wie wir sie vorfinden. Es ging ihm um nichts Geringeres als um das Aufspüren und mathematisch exakte Beschreiben himmlischer Harmonien – um die alte pythagoräische Vorstellung einer Sphärenmusik also. Keplers Hauptwerk ist demgemäß nicht, wie bisher zumeist angenommen, die »Astronomia nova« (1609), sondern seine bislang weniger beachtete »Weltharmonik« (Harmonice mundi, 1619).
"Das vorliegende Buch hält, was der Klappentext verspricht: es ist äußerst klar und auch für Nicht-Mathematiker verständlich geschrieben. [...] Die Einsicht, Kepler vertraue auf eine erkennbare Ordnung, wird auch dem Leser als eine Frage mitgegeben (S. 132), die es vor dem Hintergrund heutiger grundlegender offener Fragen (dunkle Materie, Beginn der Zeit u.a.) neu zu ergründen gilt: Können wir davon ausgehen, dass es „grundlegende, unüberholbare Gesetzmäßigkeiten der Natur gibt“ (S. 133)? Aufgrund der Praxis der Naturwissenschaften gibt sich Diederich skeptisch – seine glänzende Darstellung von Keplers optimistischer Perspektive bleibt davon unberührt." Coincidentia 2015-2, Kirstin Zeyer
Auf knappem Raum, schnörkellos und ohne aufwändige akademische Rahmung skizziert er [Werner Diederich] Keplers Versuche, den Aufbau der Welt als harmonische Ordnung zu verstehen.
Frankfurter Allgemeine (Helmut Mayer) am 23.07.2014