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Denkfreiheit

Libertas philosophandi in der deutschen Aufklärung


Studien zum achtzehnten Jahrhundert 33. 2012. 605 Seiten.
978-3-7873-2281-7. Gebunden
EUR 98,00




Spinoza und später die englischen 'free thinkers' forderten bekanntlich ein umfassendes Maß an individueller Denkfreiheit (libertas philosophandi), und zwar auch in theologischen Fragen. Diese Forderung scheint mit den Zielen der Aufklärungsbewegung in Einklang zu stehen. Aber Spinozismus und Freidenkerei galten als Atheismus. Wer sich für umfassende Denkfreiheit aussprach, musste mit heftigen Reaktionen rechnen – von philosophischer ebenso wie von theologischer Seite. Dennoch gilt die Denkfreiheit als zentrale Kampf­idee der Aufklärung – und als eine ihrer wichtigsten Errungenschaften. Wie ist das zu erklären?

Um diese Frage zu beantworten, rekonstruiert der Autor in seiner Studie zunächst die Ursprünge der deutschen Debatte über die 'libertas philosophandi' im 16. und 17. Jhdt., bevor er die Diskussion über Denkfreiheit in der deutschen Aufklärung ausführlich untersucht. Er geht der Frage nach, aus welchen Perspektiven und mit welchen Argumenten die Denkfreiheit verfochten oder sogar bekämpft wurde, und analysiert dazu zahl­reiche Schriften bekannter und vergessener Autoren.

Es zeigt sich, dass die Debatte über Denkfreiheit von einem Changieren zwischen religiöser Selbstvergewisserung, theologischem Dogma, absolutistischer Staatsräson und dem Streben nach philosophischer Emanzipation geprägt war.
… dass mit der Dissertation von Kay Zenker eine hervorragende Studie über die Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts vorliegt, die ein lang bestehendes Desiderat in der Aufklärungsforschung endlich behebt. Die Untersuchung besticht durch Gründlichkeit, Ausführlichkeit sowie eine souveräne Aufbereitung. Der Rezensent ist davon überzeugt, dass Zenkers Studie auf lange Zeit zu einem Standardwerk über die Epoche der Aufklärung wird und zu dem Referenzwerk über Denkfreiheit in Deutschland im 17. und 18. Jahrhundert. Es sei daher jedermann, der sich für die, eingangs dieser Besprechung erwähnten Erkenntnisinteressen zu begeistern vermag, nachdrücklich als Pflichtlektüre empfohlen! -
[...] Abschließend mag der Rezensent an Autor und Verlag noch die Frage richten, ob in Ergänzung zur vorliegenden Monographie noch ein Quellenband ediert werden könnte, der ausgewählte und systematisch bedeutsame, aber bisher weitgehend unbekannte oder noch nicht übersetzte oder schwer zugängliche Dokumente umfasst, die in Zenkers Studie eine vordergründige Rolle spielen. Der Rezensent denkt hier etwa an die 1711er Festrede von Gundling, die trotz ihrer bedeutsamen Rolle bis heute nur in einer Teilübersetzung von Richard Meister aus dem Jahr 1959 vorliegt. Dies ist freilich eine anspruchsvolle Aufgabe, die sich nicht einfach nebenher bewältigen lässt, aber Zenker hat durch sein Meisterstück unter Beweis gestellt, dass er hierfür genau der Richtige wäre!
Philosophischer Literaturanzeiger (Matthias Wille) 2013/3

Es ist keine Frage, daß es Zenker gelungen ist, ein Standardwerk zum Thema zu verfassen, das für jeden von großem Nutzen sein dürfte, der sich für Denkfreiheit, Wissenschaftsfreiheit und Meinungsfreiheit interessiert. Das aber sollten möglichst viele tun.
Till Kinzel in den Informationsmitteln für Bibliotheken (März 2014)

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