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Das Labor des Anthropologen

Anthropologie und Kultur bei David Hume


Studien zum achtzehnten Jahrhundert 31. 2008. 335 Seiten.
978-3-7873-1885-8. Gebunden
EUR 78,00


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Die Rezeption der Schriften des schottischen Philosophen und Historikers David Hume (1711-1776) hat sich lange Zeit fast ausschließlich auf eine Auseinandersetzung mit seinen erkenntnistheoretischen Überlegungen beschränkt. Diese Schwerpunktsetzung führte dazu, daß Humes Beobachtungen und Reflexionen zur Ethik, Ästhetik, Geschichte, Politik, Religion und Ökonomie weniger Aufmerksamkeit geschenkt wurde.

Mit Blick auf das Gesamtwerk, einschließlich seiner Korrespondenz, rekonstruiert Mario Bührmann in dieser Studie sowohl das Anthropologieverständnis Humes als auch seine Auffassung von Kultur, denn gerade diese in seinem Werk implizit bleibenden Konzeptionen sind für seine auf Erfahrung und Beobachtung basierenden Analysen erkenntnisleitend. Er arbeitet Humes Blick auf den Menschen als Natur- und Kulturwesen heraus und verdeutlicht dabei die Spannungen zwischen seinem Gesetzmäßigkeiten fokussierenden Anthropologiekonzept und seinem Heterogenität wie Partikularität betonenden Kulturverständnis. Da Hume in seinen Schriften stets auf das von antiken Philosophen, Dichtern oder Historikern bereitgestellte Reflexionspotential Bezug nimmt, legt diese Studie besonderes Augenmerk auf die Beschäftigung Humes mit der griechisch-römischen Antike.
Der Aufbau von Bührmanns Studie ist stringent. Besonders beeindruckt die Fülle der Quellen (und Sekundärliteratur), die er verarbeitet hat, ohne doch auf klare historische Differenzierung zu verzichten. [...] trotz beeindruckender Gelehrsamkeit und guter Dokumentation flüssig geschrieben.
Philosophische Rundschau, 56 Heft 1 (2009)