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Darstellungen und Interpretationen: Platon


Herausgegeben von Berthold Wald
Josef Pieper Werke 01. 2002. VIII, 392 Seiten.
978-3-7873-1221-4. Leinen
EUR 68,00


"Es ist eine erstaunliche Sache, daß Platon, dieser Ahnherr aller abendländischen Philosophie, in einem achtzigjährigen Leben ausschließlich Dialoge geschrieben hat, also nicht Lehrbücher und Abhandlungen, wie wir sie heute gewohnt sind, sondern Gespräche, in welchen er sehr lebendig und konkret gezeichnete menschliche Gestalten zusammenführt. Wenn diese Tatsache nicht etwas bloß Äußerlich-Zufälliges ist, dann bedeutet sie doch wohl: daß Platon das, was er zu sagen hatte, durch Gestalten, durch lebendig geprägte menschliche Figuren ausgesprochen hat, und nicht allein durch Thesen, Lehrsätze, Argumentationen." (Josef Pieper)

Neben Thomas von Aquin haben die Dialoge Platons entscheidend das philosophische Werk Josef Piepers geprägt. Von bleibender Aktualität ist für ihn Platons Auseinandersetzung mit der Sophistik um die Funktion der Sprache und die Begründung von Recht und Gerechtigkeit ebenso wie Platons ausdrückliche Anerkennung einer mythischen Überlieferung und Offenheit für den Wahrheitsanspruch der dichterischen wie religiösen Inspiration.

Inhalt: Kümmert euch nicht um Sokrates. Drei Fernsehspiele - Die Figur des Sophisten in den platonischen Dialogen (unveröffentlicht) - Kallikles: Der Mensch ohne Wahrheitsverhältnis - Der gerechtfertigte Praktiker - Die Lernenden - Die dialogische Form der platonischen Philosophie (unveröffentlicht) - Zwei Bemerkungen über die Bauform des platonischen Symposion - "Billigkeit" in der Interpretation - Begeisterung und göttlicher Wahnsinn. Über den platonischen Dialog Phaidros - Über die platonischen Mythen.
Man kann nur hoffen, daß auch in der neuen Generation sich viele von Pieper ansprechen und auf den Weg des Denkens bringen lassen.
Papst Benedikt XVI. (während seiner Zeit als Joseph Cardinal Ratzinger in einem Brief an den Herausgeber am 18.12.2002)