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Autonomie als Selbstbezüglichkeit: Zur Reflexivität in den Künsten


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 55. Heft 2
EUR 14,90


Wie kann ästhetische Autonomie begriffen werden, ohne daß man den Zusammenhang zwischen Kunst und menschlicher Praxis nicht mehr erläutern kann? Der vorliegende Aufsatz geht von der These aus, daß Hegel umwillen einer Erläuterung dieses Zusammenhangs die ästhetische Autonomie verfehlt. Er vermag es nicht, die sinnlich-materialen Momente eines Kunstwerks in ihrer Eigenständigkeit zu begreifen. Goodman korrigiert dieses Defizit mit dem Begriff der Exemplifikation. Aber auch in seiner Erläuterung der Bedeutung eigenständiger sinnlich-materialer Momente wird keine Autonomie des Ästhetischen begreiflich. Ich argumentiere, daß sich dieses negative Ergebnis vermeiden läßt, wenn man die selbstbezügliche Konstitution sinnlich-materialer Gestaltungen in einem Kunstwerk als Basis der ästhetischen Autonomie versteht. Ein solches Verständnis erlaubt es zugleich, die besondere Wirksamkeit von Kunst in Bezug auf die menschliche Praxis zu begreifen.

How is aesthetic autonomy to be conceived if one does not want to lose an explanation of the connection between art and human practice in general? The starting point of the present paper is the claim that Hegel overlooks aesthetic autonomy because he wants to explain how art is operative within human practice. He does not conceive the sensuous-material aspects of art- works in their independence. Goodman’s notion of exemplification corrects this shortcoming. But his explanation of the relevance of independent sensuous-material aspects of artworks fails to give us an understanding of aesthetic autonomy, too. I argue that it is possible to avoid such a negative conclusion if one understands the self-referential constitution of sensuous-material shapings in an artwork as the basis of aesthetic autonomy. At the same time, such an under- standing allows for a conception of the potency of art within human practice.