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Albert Schweitzer

Aus meinem Leben und Denken (antiquarisch)


2011. Faksimile-Druck der Erstausgabe von 1931 mit bislang unveröffentlichten Briefen von Albert Schweitzer an Felix Meiner und mit einem Nachwort von Rudolf Grabs "Die weiteren Jahre" (1931 bis 1965). XXIV, 230 Seiten + 8 Bildtafeln.
978-3-7873-2222-0. Englische Broschur
EUR 6,50


"Mängelexemplar" aus unserem Hausantiquariat in gutem Zustand. Nur wenige Exemplare verfügbar!


Albert Schweitzer (1875–1965) gilt bis in die Gegenwart als großes Vorbild humanistischer Denkungsweise und gelebten Christentums. Im elsässischen Kaysersberg geboren, als mittelmäßiger Schüler mit starken musischen Interessen herangewachsen, hatte er zunächst Theologie und Philosophie studiert, in beiden Fächern (über das Abendmahlsproblem und die Religionsphilosophie Kants) promoviert, als Vikar gearbeitet, als Privatdozent an der Theologischen Fakultät zu Straßburg gewirkt und sich gleichzeitig zum Orgelvirtuosen herangebildet. 1905 erschien seine umfangreiche Biographie über Johann Sebastian Bach, 1906 die später so genannte »Geschichte der Leben-Jesu-Forschung«. Weitere Publikationen folgten in großer Zahl.

Bereits mit 21 Jahren hatte Schweitzer beschlossen, sich nach seinem 30. Geburtstag dem »unmittelbaren Dienen« zu widmen und deswegen zusätzlich Medizin mit dem Schwerpunkt Tropenmedizin ebenfalls bis zur Promotion studiert (1905-1912). 1913 gründete er in der afrikanischen »Republique Gabonaise« das Krankenhaus von Lambarene. 1951 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1953 wurde ihm der Friedensnobelpreis zuerkannt.

Auf Bitten des Leipziger Verlegers Felix Meiner verfasste Schweitzer 1929 einen Beitrag für dessen Reihe »Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen«, den er 1931 zu dem wesentlich umfangreicheren Buch »Aus meinem Leben und Denken« erweiterte, das im Laufe der Jahre zu seiner weltweit wohl auflagenstärksten Veröffentlichung mit Übersetzungen in bislang 21 Sprachen (chinesisch und koreanisch i.V.) avancierte und den Prozess seiner geistigen Entwicklung widerspiegelt.

Auch noch 80 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung ist dieses Buch weiterhin höchst lesenswert. Es zeichnet klar und unprätentiös die aus dem Nachdenken über bis heute virulente theologische und philosophische Probleme gewonnenen Lebensentscheidungen einer der großen Gestalten des 20. Jahrhunderts in seinen eigenen einfachen Worten nach. Der dieser Jubiläums-Ausgabe beigegebene Vorspann beleuchtet anhand von Ausschnitten aus der fast ausnahmslos unveröffentlichten Korrespondenz zwischen dem Autor und seinen Verlegern das Wechselspiel der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte dieses weltweit immer wieder rezipierten Textes.

LEBENSDATEN ALBERT SCHWEITZERS


1875
14. Januar: Albert Schweitzer als zweites Kind des Pfarrverwesers Ludwig Schweitzer in Kaysersberg (Oberelsaß) geboren.

1880-1884
Besuch der Volksschule in Günsbach.

1885
Besuch der Realschule in Münster (Oberelsaß).

1885-1893
Besuch des Gymnasiums in Mülhausen (Oberelsaß).

1893
18. Juni: Abgangsprüfung.
Ende Oktober: Beginn der theologischen und philosophischen Studien an der Universität Straßburg.

1894
Ab 1. April: Militärdienst.
Herbst: Beginn der theologischen Konzeption der "konsequenten Eschatologie".

1896
Pfingstferien: Gelöbnis eines "unmittelbaren menschlichen Dienens" mit dem dreißigsten Lebensjahr.

1898
6. Mai: Erste theologische Prüfung. Oktober: Studien an der Pariser Sorbonne. Orgelspiel bei Widor.

1899
März: Rückkehr nach Straßburg.
Sommer: Studium in Berlin. Erster Ansatz zu kulturphilosophischen Studien. Juli: Promotion in Straßburg zum Dr. phil.
Dezember: Lehrvikar an St. Nicolai in Straßburg.

1900
15. Juli: Zweite theologische Prüfung.
21. Juli: Promotion zum Lizentiaten (Dr. theol.).

1901
Mai bis September: Kommissarischer Leiter des Thomasstifts (Collegium Wilhelmitanum) in Straßburg.

1902
1. März: Habilitation an der Universität Straßburg als Privatdozent. Antrittsvorlesung über die Logos-Lehre im Johannisevangelium.

1903-1906
Direktor des Thomasstifts in Straßburg.

1904
Herbst: Ein Artikel in den Berichtsheften der Pariser Ev. Mission sagt Schweitzer, was für ihn "unmittelbares Dienen" zu bedeuten habe.

1905
13. Oktober: Mitteilung des Entschlusses, Tropenarzt zu werden.

1905-1912
Medizinstudium.

1912
Ärztliches Praktikum als Volontär.
Frühjahr: Aufgabe der Lehrtätigkeit an der Universität Straßburg und des Predigtamtes an St. Nicolai. Tropenmedizinischer Kurs in Paris.
18. Juli: Heirat mit Helene Breßlau.

1913
Februar: Promotion zum Dr. med.
März: Ausreise nach Lambarene.

1913-1917
Erste Wirksamkeit in Lambarene. Errichtung des Tropenspitals auf dem Gelände der Pariser evangelischen Missionsstation.

1915
September: Bei der Vorüberfahrt an der afrikanischen Siedlung Igendja zwischen Kap Lopez und N'Gômô findet Schweitzer den tragenden Begriff seiner Lebenslehre und Kulturphilosophie: Ehrfurcht vor dem Leben (veneratio vitae).

1916
Tod der Mutter durch Unglücksfall in Günsbach.

1917-1918
Internierungslager in Bordeaux, Garaison (Pyrenäen) und Saint Rémy (Provence).

1918
Juli: Heimkehr über die Schweiz nach Günsbach. Schwere Krankheit als Folge der Internierung. Operation. Vikar an St. Nicolai, gleichzeitig Assistenzarzt am Bürgerspital in Straßburg.

1919
14. Januar: Geburt der Tochter Rhena.

1920
Vorlesungen, Vorträge über Lambarene und Orgelkonzerte in Schweden. Erster Ehrendoktorgrad durch die Theologische Fakultät Zürich. August: Straßburger Aufruf zur Brüderschaft der vom Schmerz Gezeichneten.

1921
Sonntag Judika: Schweitzer Organist im Orféo Catalá in Barcelona anläßlich der ersten Aufführung der Matthäuspassion Bachs in Spanien.

1921-1922
Vorträge und Konzerte in der Schweiz, in England, Schweden und Dänemark.

1923
Januar: Vorträge über die Kulturphilosophie in Prag.

1924-1927
Zweiter Aufenthalt in Lambarene. Wiederaufbau des Spitals.

1925
Tod des Vaters.

1927
21. Januar: Umsiedlung in das neue Tropenspital auf eigenem Gelände, einige Kilometer oberhalb der Missionsstation.

1927-1929
Vorträge in Schweden, Dänemark, Holland, Großbritannien, in der Tschechoslowakei, der Schweiz; Orgelkonzerte in Deutschland.

1928
Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, Dankansprache Schweitzers im Goethehaus.

1929-1932
Dritte Wirksamkeit in Lambarene.

1932
22. März: Gedenkrede im Frankfurter Opernhaus anläßlich des Jahrhundertgedenkens an Goethes Tod.

1933-1934
Vierte Wirksamkeit in Lambarene.

1934
Oktober: Hibbert-Vorlesungen in Oxford über "Das religiöse Moment in der modernen Kultur". November: Gifford-Vorlesungen in Edinburgh über "Das Problem der Naturtheologie und Naturethik".

1935
Februar bis August: Fünfter Aufenthalt in Lambarene.

1937-1939
Sechste Wirksamkeit in Lambarene.

1939
12. Januar: Abfahrt nach Europa, infolge der Kriegsgefahr nur wenige Tage Aufenthalt.
Am 3. März bereits wieder in Lambarene.

1939-1948
Siebente Wirksamkeit in Lambarene.

1949
Goethevortrag in Aspen (Colorado, USA) anläßlich der 200. Wiederkehr von Goethes Geburtstag.

1949-1951
Achte Wirksamkeit in Lambarene.

1950
Beginn des Baues des Lepradorfes - unweit des Spitals - mit den Mitteln aus der Goetherede in Aspen.

1951
Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Dezember: Neunte Ausfahrt nach Lambarene.

1952
Mitglied der Academie des Sciences Morales et Politiques in Paris. Vortrag über "Le Problème de l'Ethique dans l'Evolution de la Pensée humaine" (Das Problem der Ethik in der Höherentwicklung des menschlichen Denkens). Zehnte Ausreise nach Lambarene.

1953
Oktober: Verleihung des Friedensnobelpreises für das Jahr 1952.

1954
April: Ruf an alle Wissenschaftler, die Völker über die "schreckliche Wahrheit" der Wasserstoffbombe aufzuklären. Reise nach Europa.
4. November: Dankrede für den Friedensnobelpreis. Elfte Ausreise nach Lambarene.

1955
Zwölfte Ausreise nach Lambarene.

1957
Mai: Appell an die Menschheit (gegen die atomare Gefahr).
1. Juni: Tod von Helene Schweitzer-Breßlau in Zürich. Dreizehnte Ausfahrt nach Lambarene.

1958
25. Januar: Beisetzung der Urne von Helene Schweitzer in Lambarene.
28., 29. und 30. April: Drei Vorträge im norwegischen Rundfunk über die Ächtung der Atomwaffen.
September: In der schwedischen Zeitung "Morgenbladet" fordert Schweitzer die sofortige Einstellung der Kernwaffenversuche.

1959
Vierzehnte (letzte) Ausreise nach Lambarene.

1965
90. Geburtstag, Schweitzer-Ehrungen in vielen Ländern der Erde.
4. September: Tod Albert Schweitzers in Lambarene.