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Anerkennung als Prinzip der praktischen Philosophie

Untersuchungen zu Hegels Jenaer Philosophie des Geistes


Blaue Reihe. 2014. 341 Seiten.
978-3-7873-2524-5. Kartoniert
EUR 22,90


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Der Gedanke der Anerkennung als Norm zwischenmenschlichen Verhaltens und Kriterium der Beurteilung von sozialen Lebensformen und Institutionen hat in den letzten Jahrzehnten weltweit eine bedeutende philosophische Karriere gehabt. Dabei hat die Rezeption des Deutschen Idealismus eine entscheidende Rolle gespielt. Das gilt auch für den amerikanischen Pragmatismus von Mead bis Taylor und Brandom oder den Existentialismus und die Phänomenologie in Frankreich von Kojève bis Ricoeur.

Das Buch verfolgt die Entstehung von Hegels Philosophie des objektiven Geistes in der Jenaer Zeit, in der »Anerkennung« das organisierende Systemprinzip ist. Dabei werden zeitgenössische Theorien der Intersubjektivität (Sartre, Lacan) oder der gelungenen Sozialisation (Habermas, Dreitzel) als Maßstab sozialer Institutionen auf ihre Nähe zu Hegel hin untersucht. Besonderes Augenmerk liegt auf Hegels Methode, zum Verständnis und zur Kritik einer existierenden Gesellschaftsordnung auf die historische Genese von Normen und Institutionen zurückzugreifen. Ein solches genetisch-kritisches Verfahren scheint auch heute einem apriorisch-deduktiven überlegen (so auch M. Walzer oder R. Geuss). Hegel vermag das Potential seiner Theorie aber, wie auch anhand der Berliner Rechtsphilosophie gezeigt wird, aufgrund bestimmter metaphysischer Prämissen nur unvollkommen auszuschöpfen.

Mit der internationalen Entwicklung der Anerkennungstheorie seit 1979 setzt sich die Einleitung dieser Neubearbeitung auseinander.

"Die vorliegende Studie zeichnet sich durch Genauigkeit der Textanalyse und systematische Auswertung der einzelnen Argumentationsschritte aus. Sie bietet nicht nur eine systematisch-genetische Studie zur Anerkennungstheorie der Jenaer Jahre, sie schlägt auch Brücken zu konkreten Formen der Realisierung von Anerkennung in Hegels Phänomenologie und zu zentralen Lehrstücken seiner späten Rechts- bzw. Staatsphilosophie. Damit wird der Leser nicht nur an ein umfassendes Verständnis der Anerkennung im Gesamtkontext des Hegel’schen Denkens herangeführt, auch die Bezüge zu den aktuellen Debatten, ihren Potentialen und Engführungen erhalten ein spezifisches Gewicht. Die hier mit einem eigens verfassten einleitenden Essay erneut veröffentlichte Studie wird damit einem doppelten Anspruch gerecht: Sie kann als eigenständiger und in vielem immer noch prägender Beitrag zur Hegelforschung gelesen werden, ohne darüber auf kritisch-konstruktive Anstöße für die laufenden Debatten in der praktischen Philosophie verzichten zu wollen."
Zeitschrift für katholische Theologie, 137. Band / 2015 / Heft 1
"L’idea alla base del bilancio di Siep nel nuovo “Saggio introduttivo” può a mio parere essere riassunta in quest’ultima affermazione, dove l’accento va posto su quel “bastare”: il riferimento a Hegel può fornire insegnamenti ancora preziosi e fondamentali, ma dev’essere assunto in modo critico e, soprattutto, “integrato” da prospettive maggiormente all’altezza delle sfide attuali. Per la sua capacità di confrontarsi con il presente ed essere, dove necessario, anche autocritico, Siep si mostra ancora un grande maestro, al contempo raffinato interprete e profondo pensatore."
Universa. Recensioni di filosofia – Anno 4, Vol. 2 (2015)

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