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Von Planeten und der »Himmels-Polizey«

Über Hegels Jenaer Habilitationsschrift, die sogenannte Planetenschrift, ist bis in neueste Publikationen viel gespottet worden. Dabei zeugt die Rezeption häufig von »einer konfusen Mischung aus Ressentiment und Ignoranz« (W. Jaeschke). Den wissenschaftsgeschichtlichen Hintergrund, Hegels Kritik an der Übertragung mathematisch-mechanischer Erklärungsmuster auf die Realität in der Naturerkenntnis, zeichnet Martin Walter in seiner Einleitung in die jetzt vorliegende Neuausgabe der Schrift präzise nach. PhB 749. Lateinisch–deutsch. Herausgegeben von Martin Walter, übersetzt von Georg Lasson. LXXII, 83 Seiten. Leinen. 32,00 Euro.

9/23/2022
Heute in der FAZ: Kants „Träume eines Geistersehers“

In der FAZ vom 02.09.2022 empfiehlt Helmut Mayer die neue historisch-kritische Edition der „Träume eines Geistersehers“ mit einer „ausführlichen und grundgelehrten Einleitung“.

Die Ausgabe präsentiert Kants Text erstmals in historisch-kritischer Gestalt und mit deutschen Übersetzungen der Stellen aus den »Arcana Coelestia« Sweden­borgs, auf die sich Kant bezieht. Die umfänglichen Erläuterungen decken die Anknüpfungen an die zeitgenössische Philosophie auf und stellen die Verbindung der Abhandlung mit Kants vorkritischen wie kritischen Werken her.

„[...] es ist nicht zuletzt der ungewohnt ironisch-spottende Ton, den Kant hier anschlägt, der die Divergenzen der Lesarten befördert. Man bewundert den literarischen Schliff und weiß dabei oft nicht so recht, wie es der von den Herausgebern zitierte Ernst Cassirer einmal formulierte, „was war hier das wahre Gesicht des Autors, was die Maske, die er vorgenommen hatte?“.[...] In den ausführlichen Erläuterungen der neuen Edition werden die Stellen aus den „Arcana“ übersetzt, auf die Kant Bezug nimmt, hinzu kommt ein stattlicher Anhang mit relevanten Äußerungen Kants in Briefen und Werken sowie ausgewählten Äußerungen von Zeitgenossen zu den „Träumen“.“ (FAZ 02.09.2022)

9/2/2022
Wolfgang Bartuschat gestorben

Verlag und Familie Meiner trauern um einen weiteren bedeutenden Herausgeber, Übersetzer und Autor des Hauses. Als führender Kopf der internationalen Spinoza-Forschung hat Wolfgang Bartuschat eine zentrale Aufgabe seines Philosophierens in der Arbeit an der Vermittlung des Gesamtwerkes von Baruch de Spinoza gesehen. Die bei Meiner seit der Verlagsgründung 1911 betriebene Ausgabe gedieh ab den 1990er Jahren durch Wolfgang Bartuschat zu unübertroffener Blüte, zuletzt mit der immer weiter verbesserten Übersetzung der „Ethik“ (4. Auflage 2015). Damit wurde seine als maßgeblich geltende deutsche Gesamtübersetzung der Werke Spinozas abgeschlossen. Sein 2017 erschienenes Buch „Spinozas Philosophie“ darf als zentral für deren Verständnis gelten, bis hin zu der enormen Wirkung, die sie entfaltet hat. Wir werden Wolfgang Bartuschat in bleibender Erinnerung behalten, als ausgewöhnlichen Gelehrten, unermüdlichen Arbeiter und – nicht zuletzt – als ganz besonderen Freund.

8/17/2022
Interview mit Christian Bermes im BR

Für den Bayerischen Rundfunk wurde Christian Bermes, Autor von "Meinungskrise und Meinungsbildung", von Knut Cordtsen interviewed. Die Sendung kann hier nachgehört werden.

8/8/2022
Walter Jaeschke gestorben

Verlag und Familie Meiner trauern um einen der langjährigsten, bedeutendsten und treuesten Autoren, Herausgeber und persönlichen Freund, dem die Hegel-Forschung und wir unendlich viel zu verdanken haben. Walter Jaeschke war ein außergewöhnlicher Mensch und Gelehrter bester alter Schule: unprätentiös und offen, zugewandt und humorvoll, anspruchsvoll und bescheiden, akribisch und klug, kritisch und ideenreich, sachorientiert und erkenntnishungrig. Mit Walter Jaeschke verlieren wir einen der Großen unter den Hegel-Editoren, die je eigene Geschichte geschrieben haben, so wie vor mehr als hundert Jahren Georg Lasson und ab Mitte des 20. Jahrhunderts Johannes Hofmeister. Ohne das selbstlose und unermüdliche Engagement von Walter Jaeschke wäre die heute kurz vor dem Abschluss stehende historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke Hegels undenkbar. Wir werden alles daransetzen, diese Arbeit im Sinne des Verstorbenen zu einem guten Ende zu führen. Unser Mitgefühl gilt seiner ganzen Familie, insbesondere seiner Frau Ilona sowie den Kindern und Enkelkindern.

7/20/2022